Nordrhein-Westfalen per Handy
Nordrhein-Westfalen will beweisen, dass das Land in Sachen Geoinformationstechnik eine fĂĽhrende Rolle spielt.
In Nordrhein-Westfalen denkt man schon an die nächste Fußball-WM: Beim kommenden Fußballfest in Deutschland will NRW nicht nur als Gastgeber überzeugen, sondern der Welt auch zeigen, dass das Land in Sachen Geoinformationstechnik eine führende Rolle spielt. Virtuelle Regionen an Rhein und Ruhr 2006 heißt ein Projekt, das (nicht nur) Fußballfans den Besuch Nordrhein-Westfalens wahlweise per Internet oder UMTS-Handy ermöglichen soll. Mit Hilfe der Geoinformationstechnik soll die gesamte Region digital erfasst und dreidimensional gestaltet werden. Objekte von touristischer oder wirtschaftlicher Bedeutung sollen wirklichkeitsgetreu abgebildet und für den Anwender "in einer völlig neuen Dimension erfahrbar" werden. "Die Regionen unseres Landes können so ihren Charme über das Internet weltweit verbreiten und wir werden gleichzeitig unseren Vorsprung auf dem Gebiet der Geoinformation konsequent ausbauen", meinte NRW-Innenminister Fritz Behrens anlässlich des Projektstarts.
Der Service soll auch konkrete Hilfestellungen bieten: "Neben statischen ortsbezogenen Informationen wie Hotels, Gaststätten und touristischen Sehenswürdigkeiten gibt es auch Navigationshilfen, die zum nächsten freien Parkplatz in der Nähe einer Großveranstaltung oder zu einem Innenstadt-Restaurant führen", betont Behrens. Tagesausflüge, Hotelzimmer und Karten für Spiele oder andere Events ließen sich dann online bestellen und bezahlen. Aber auch jenseits der WM 2006 soll die Geoinformationstechnik den Bürgern und Besuchern Nordrhein-Westfalens hilfreich zur Seite stehen, etwa "bei der Planung für den nächsten Urlaub oder Ausflug" oder "bei Großeinsätzen im Rahmen des Katastrophenschutzes".
Die Landesinitiative media NRW wird nun im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die Rahmenbedingungen analysieren, um dann in einem zweiten Schritt ein konkretes Realisierungskonzept mit Beteiligung von Land, Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft zu erstellen. Die bestehenden Vorhaben der Projekt Ruhr GmbH sollen ebenfalls bei Virtuelle Regionen an Rhein und Ruhr 2006 einbezogen werden: Das Projekt Digitales Ruhrgebiet will im Revier sämtliche Ämter und Behörden bis zum Jahr 2005 online bereitstellen; das Team des Ruhr-Piloten dagegen arbeitet an der für viele dort Ansässige nahezu unvorstellbaren Vision des staufreien Ruhrgebiets. Per dynamischer Verkehrserfassung und -regelung soll während der WM kein Fan das Spiel am Autoradio im Stau anstatt im Stadion verfolgen müssen. (Jörg Birkelbach) / (jk)