Virtuelles Training

Computer-Spieler bringen sich in den gleichen Geisteszustand wie Leistungssportler.

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Von
  • Hans-Peter SchĂĽler

Computer-Spieler bringen sich in den selben Geisteszustand wie Leistungssportler. Wie die BBC mit einem Experiment bestätigte, kann ein aktionsgeladenes Computerspiel bei seinen Anwendern ein ähnliches Ausmaß meditativer Konzentrationsfähigkeit hervorrufen, wie es Leistungssportler zu ihren besten Ergebnissen führt. Das Phänomen, "wenn Du per Autopilot funktionierst, wenn alles wie am Schnürchen läuft", der so genannte Flow State, ist die "optimale psychologische Erfahrung" erklärt Costas Karageorghis, Professor für Sportpsychologie an der Londoner Brunel Universität. Und genau diese Erfahrung soll sich auch einstellen, wenn jemand in ein Computerspiel regelrecht "eintaucht".

Um der Sache auf den Grund zu gehen, wurden vor laufender Kamera des BBC-Magazins ClickOnLine der Leichtathlet Dan Carter und der Spitzen-Performer des Computerspiels Virtua Fighter, Mo Imran Ramzan, einem Test unterzogen. Beide mussten sich eine halbe Stunde lang in ihrer Paradedisziplin betätigen. Als nächstes hatten die Testpersonen einen Fragebogen mit dem viel sagenden Titel Flow State Scale Version II auszufüllen. Heraus kamen jeweils Angaben zu neun spezifischen Faktoren im Zusammenhang mit dem erforschten Flow State. Im Durchschnitt erreichte der Speerwerfer Carter einen Wert von 17,44, der Computerspieler glatte 17. Karageorghis betrachtet 16 als Schwellwert für den ersehnten Meditationszustand und leitet aus dem Ergebnis ab, dass Computer Gaming für die Wissenschaft und als Trainingsmethode für den Leistungssport einiges an Interesse gewinnen dürfte: "Wenn wir lernen, diese Faktoren zu beeinflussen und Athleten so zu beschäftigen, dass sie es als optimal empfinden, verbessern wir unsere Chancen auf Höchstleistungen."

Siehe zum Thema "Computer-Spiele und Gehirnleistung" in Telepolis: (hps)