T-Mobile weiter vor Vodafone
E-Plus sinkt in der Kundengunst und verliert unter dem Strich deutlich Nutzer.
Zwar zeigt sich Firmenchef Chris Gent erfreut über die Steigerung der weltweiten Kundenzahl beim britischen Mobilfunkkonzern und über die größere Zahl von Vertragskunden in Deutschland. Vodafone benannte aber bereits notwendige Bereinigungen, um Handy-Kunden, die keine Umsätze generierten, loszuwerden und den Anteil der Mobiltelefonierer mit festem Vertrag hierzulande auf 44 Prozent zu steigern. Und das kostete offensichtlich Kunden, denn die Gesamtzahl der Handy-Besitzer, die über Vodafone telefonieren, ging leicht um 90.000 auf 21,345 Millionen zurück.
Da dürfte sich die Deutsche Telekom endlich darüber freuen, einmal nicht in die negativen Schlagzeilen zu kommen. Denn wie die Financial Times Deutschland erfahren haben will, konnte T-Mobile die Kundenzahl hierzulande von 23,038 auf 23,2 Millionen steigern. Gleichzeitig habe man ebenso wie Vodafone den Umsatz pro Kunde (average revenue per user, ARPU) steigern können, hieß es laut dem Finanzblatt in Unternehmenskreisen. Damit bleibt T-Mobile hierzulande unangefochten auf Platz 1.
Weniger rosig die Aussichten beim Branchendritten E-Plus: Aus den Kreisen verlautete, E-Plus habe in den vergangenen drei Monaten zwar Vertragskunden gewonnen, jedoch weit mehr inaktive Nutzer mit im Voraus bezahlten Mobilfunkkarten aus dem Bestand nehmen mĂĽssen. Unter dem Strich sei die Kundenzahl daher stark gesunken.
Über die Höhe des Kundenabgangs wurden keine genauen Angaben gemacht. Es hieß jedoch, im Vergleich mit dem Branchenzweiten D2 Vodafone seien die Verluste der Kundschaft von E-Plus "deutlich größer" ausgefallen. Als Grund dafür wurde auf den überdurchschnittlichen Bestand von Prepaid-Kunden bei E-Plus verwiesen. Prepaid-Kunden laden ihre Guthabenkarten oftmals nicht mehr auf und wechseln zu einem anderen Anbieter. Diese inaktiven Kunden werden von den Netzbetreibern meist nach 15 Monaten aus dem Bestand genommen.
Auf Grund dieser Ausbuchung der Prepaid-Kunden und der weitgehenden Marktsättigung hat E-Plus binnen Jahresfrist stark beim Kundenbestand eingebüßt. Ende Juli 2001 hatte die Kundenzahl noch bei 7,52 Millionen gelegen und war nach vorübergehender Stabilisierung bis Ende März 2002 auf rund 7,3 Millionen gefallen. Allerdings verzeichnete die Tochter des niederländischen Telekom-Konzerns KPN in diesem Zeitraum einen Zuwachs bei den umsatzstärkeren Vertragskunden. (jk/ct) / (tol)