Drahtlose Nachrichten als "Dritter Weg" der US-Zeitungen
Das Printmedium Tageszeitung leidet in den USA seit Jahren unter Auflagenschwund. Die Verleger erhoffen sich viel von den Verbreitung von Nachrichten und Anzeigen auf mobile Geräte.
William Dean Singleton, Vorsitzender der Newspaper Association of America (NAA), preist einen neuen Vertriebsweg für Zeitungen. Nachrichten und Werbebotschaften könnten künftig auch drahtlos auf Handys, PDAs und andere mobile Geräte übertragen werden. Die Zeitungsverlage seien bereit und in der Lage, die Vorteile der drahtlosen Kommunikation zu nutzen, sagte Singleton anlässlich der derzeitigen Konferenz der Zeitungsverlage Nexpo 2002 in Orlando, Florida.
Grundlage für Singletons Annahmen ist ein Modellversuch im vorigen Jahr, an dem 13 Tageszeitungen teilgenommen haben. Demnach wissen die Kunden Nachrichten und andere Informationen zu schätzen, die leicht zu erhalten und schnell zu beziehen sind. Allerdings haben sie etwas gegen unaufgefordert zugesandte Reklame. Einige Verbraucher sind lieber bereit, für persönlich zugeschnittene Anzeigen zu zahlen, wenn sie zum Beispiel ein Haus oder ein Auto kaufen wollen.
Als Printmedium leiden Tageszeitungen in den USA unter schwindenden Auflagenzahlen. Im Jahr 1995 fanden dort in Durchschnitt 58 Millionen Exemplare ihre Leser, vor zwei Jahren waren es nur noch 55,7 Millionen. Als drittes Verbreitungsmedium neben dem Internet könnten mobile Kommunikationsgeräte die Kunden jederzeit und allerorts beispielsweise über Sportergebnisse oder andere wichtige Ereignisse auf dem Laufenden halten; mit ihrer Infrastruktur seien Tageszeitungen darauf bestens vorbereitet, ist Singleton überzeugt. Neben seinem Chefposten bei der NAA besetzt er noch den des CEO bei der MediaNews Group in Denver, die rund 50 Tageszeitungen herausbringt. (anw)