Auch Bertelsmann USA braucht neue Manager

Nach dem Rauswurf von Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff hat nun auch Joel Klein, Präsident der US-Bertelsmann-Verwaltung und ehemaliger Microsoft-Chefankläger, seinen Job aufgegeben.

vorlesen Druckansicht 10 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Peter-Michael Ziegler

Unmittelbar nach dem Rauswurf von Thomas Middelhoff als Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG in Gütersloh hat nun auch der Präsident der Bertelsmann-Verwaltung in den USA, Joel Klein, seinen Job aufgegeben. Klein hatte Middelhoff seit 2001 als "enger Berater in strategischen Fragen" zur Seite gestanden; er war unter anderem an der Übernahme der Tauschbörse Napster durch Bertelsmann beteiligt. Der neue Bertelsmann-Chef Gunter Thielen hatte angekündigt, die von Middelhoff betriebene "internationale Expansionsoffensive" zu revidieren. Zu den Bertelsmann-Investments, die jetzt in Frage stehen, soll auch die Beteiligung am mittlerweile insolventen Online-Musikangebot Napster gehören.

Vor seinem Job als Chairman und CEO bei Bertelsmann in den USA hatte Klein vier Jahre lang das Amt des obersten Wettbewerbshüters im US-Justizministerium innegehabt. In dieser Funktion trat er auch als engagierter Chef-Ankläger im US-Kartellverfahren gegen Microsoft auf. Wegen seines hartnäckigen Engagements -- in erster Instanz war Microsoft wegen des Verstoßes gegen das US-Kartellrecht für schuldig befunden worden -- zählt Klein zu den einflussreichsten Kartellwächtern in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Kleins nächster Job steht unterdessen schon fest: New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg ernannte den 54-jährigen Juristen zum neuen Chef der New Yorker Schulbehörde. "Mit Klein haben wir einen Mann gefunden, der über eine hohe Integrität und exzellente Management-Fähigkeiten verfügt", begründete Bloomberg (Inhaber der gleichnamigen Finanznachrichten-Agentur) seine Wahl. Dem derzeitigen Schulbehördenchef Harold Levy wird angekreidet, dass New Yorker Schüler im Landesdurchschnitt schlechter bei Tests abschneiden und häufiger die Schullaufbahn abbrechen. (pmz)