MobilCom-GrĂĽnder Schmid erwartet Einigung mit France Telecom

Der geschasste Vorstandschef ist bereit, weniger als 22 Euro pro Aktie in bar für sich und die anderen Aktionäre zu akzeptieren.

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  • dpa

Der ehemalige MobilCom-Chef Gerhard Schmid ist überzeugt, dass er sich mit France Telecom über den Verkauf seines Aktienanteils von knapp 50 Prozent einigen kann. "Niemand auf der Aktionärsseite will das Unternehmen gefährden", sagte Schmid. Meldungen über eine nach wie vor mögliche MobilCom-Insolvenz, die offenbar von France Telecom in Paris lanciert würden, seien "Quatsch".

Schmid erklärte, dass er noch vor Ende Juli eine faire Lösung für die Übernahme seiner Anteile durch France Telecom erwarte, eventuell auch schon in zwei bis drei Wochen. "Ich werde mich gegen ein vernünftiges Angebot nicht wehren", sagte der frühere MobilCom-Chef, der am vergangenen Freitag auf Druck von France Telecom vom Aufsichtsrat gefeuert wurde. "Es wird auf jeden Fall zu einer Einigung kommen." Ende Juli muss ein MobilCom-Kredit über 4,7 Milliarden Euro verlängert werden. Das geht nur mit Hilfe von France Telecom.

Damit beharrt Schmid nicht mehr auf einer Barabfindung von 22 Euro für sich und die Kleinaktionäre. Für den Preis der Aktien nannte Schmid drei Anhaltspunkte: Der Buchwert betrage rund 50 Euro je Aktie, mit France Telecom habe er sich im März nach intensiven Verhandlungen auf 22 Euro geeinigt und das deutsche Übernahmegesetz sehe als Mindestpreis den Durchschnittskurs der vergangenen 90 Tage vor. Der liegt ungefähr bei 15 Euro.

Nach Presseberichten will die hoch verschuldete France Telecom nur noch zehn Euro je MobilCom-Aktie anbieten. France Telecom hat jedoch selbst nie einen Preis genannt. Angeblich wollen die Franzosen auch nicht in bar bezahlen, sondern mit Aktien ihrer Mobilfunk-Tochter Orange. "Das Gesetz sieht Bargeld vor; über eine andere Zahlungsweise muss man verhandeln", sagte Schmid dazu. Er werde jedem vernünftigen und fairen Vorschlag von France Telecom zustimmen, der dem Gesetz entspreche. Eine Einigung sei auch im Interesse von France Telecom, deren Aktienkurs und Kreditrating gelitten hätten. "Der Markt will doch jetzt eine Lösung sehen und nicht weitere Gespräche."

Der Fahrplan für die weitere Entwicklung wird nun durch France Telecom bestimmt. Die Franzosen hatten erklärt, sie wollten sich nach der Einigung mit den Banken und dem Abgang von Schmid von der MobilCom-Spitze nun zunächst mit den Lieferanten Nokia und Ericsson über die Absicherung ihrer Kredite und Lieferungen einigen. Diese Verhandlungen laufen zur Zeit. Erst danach stünden die Gespräche mit Schmid bevor. France Telecom hatte im Vorfeld erklärt, es werde "harte Verhandlungen" geben. (dpa) / (tol)