Vodafone rechnet den Umsatz mit Geld von Dritten höher

Das britische Mobilfunkunternehmen verbucht die gesamten Einnahmen aus dem mobilen Internet-Geschäft als Umsatz, auch wenn Einnahmen an Dritte weitergereicht werden.

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Schwarze Branchenschafe wie WorldCom und Global Crossing sorgen dafür, dass Telecom-Firmen unter strenger Beobachtung stehen. Nun hat das britische Mobilfunkunternehmen Vodafone eingeräumt, seinen Umsatz mit einem Verfahren zu berechnen, bei dem die Einnahmen im Vergleich zur Konkurrenz größer erscheinen. Wie die britische Wirtschaftszeitung Financial Times am heutigen Mittwoch berichtet, verbucht Vodafone die gesamten Einnahmen aus dem mobilen Internet-Geschäft als Umsatz, auch wenn ein Teil an Inhaltsanbieter weitergereicht werde.

Die Konkurrenten MMO2 und Orange klammern hingegen Zahlungen, die an Dritte gehen, aus der eigenen Umsatzrechnung aus. Dem Bericht zufolge entspricht die Praxis von Vodafone zwar vollständig den britischen Gesetzen, doch hätten sich einige Analysten "überrascht" gezeigt. Die Vodafone-Berechnung trage dazu bei, dass der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer, eine wesentliche Kennzahl der Branche, höher erscheine -- über die Entwicklung des so genannten average revenue per user (ARPU) hatte sich Vodafone gerade erst höchst erfreut gezeigt. Allerdings wirke sich Vodafones Praxis nicht besonders stark aus, da nur ein kleiner Prozentsatz des Umsatzes auf mobiles Internet entfalle -- laut Vodafone-Chef Christopher Gent etwa ein Prozent. Der Posten tauche auch nicht im EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) auf. In Zukunft sei allerdings eine eindeutige Definition der Berechnung wichtig, weil der Internet-Bereich in der Mobiltelefonie potenziell an Bedeutung gewinne. (anw)