Neues Institut soll die Informatikausbildung beschleunigen
Das Bonn-Aachen International Center for Information Technology soll das Informatikstudium in Deutschland für ausländische "Spitzenstudierende" attraktiv machen.
Im kommenden Wintersemester wollen die RWTH Aachen und die Universität Bonn gemeinsam experimentieren, wie die Informatikausbildung in Deutschland internationalisiert und beschleunigt werden kann. Das Bonn-Aachen International Center for Information Technology (B-IT) soll durch seine Angebote helfen, internationale Studierende für den deutschen Ausbildungsmarkt zu gewinnen. Für die Finanzierung hat die Bundesregierung mit 56 Millionen Euro eine Stiftung eingerichtet, deren Erträge durch Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen um rund fünf Millionen Euro jährlich aufgestockt werden sollen.
An dem Projekt sind die Universität Bonn und die RWTH Aachen in Kooperation mit der Fraunhofer-Gesellschaft beteiligt. Das Konzept erstellten Professor Dr. Matthias Jarke, Inhaber des Lehrstuhls für Informationssysteme an der RWTH Aachen, und sein Bonner Kollege Professor Dr. Armin B. Cremers. Unterstützung bekommen die Wissenschaftler vom Bundesforschungsministerium und dem nordrhein-westfälischen Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung.
"Internationale Attraktivität" für Studierende und Gastforscher soll durch die Ansiedlung des neuen Instituts im Nachbargebäude des ehemaligen Bundeskanzleramts als Teil des neuen UN-Campus Bonn bewirkt werden. Dort will das B-IT ausgewählten Studierenden internationale Master-Studiengänge in englischer Sprache in den Bereichen Life Science Informatics und Media Informatics anbieten. Diese sollen durch "intensive Forschungspraktika" eng mit der Forschung in den vier in Bonn-Sankt-Augustin angesiedelten Fraunhofer-Instituten verzahnt sein, heißt es in einer Mitteilung. Die RWTH Aachen übernimmt die Federführung im Studiengang Media Informatics.
Zudem soll über Angebote in den Semesterferien ausgewählten Studierenden der Informatikstudiengänge aus Bonn und Aachen sowie später auch aus anderen Hochschulen der Region die Möglichkeit einer "qualifizierten Studienbeschleunigung" geboten werden. In einer eigenen Einrichtung will die Fachhochschule Bonn Rhein-Sieg ebenfalls in Kooperation mit einem Fraunhofer-Institut einen Master-Studiengang Autonome Systeme einrichten. Er soll Hochschulabsolventen der Informatik die Möglichkeit einer weiteren Qualifizierung in einem innovativen Gebiet der Angewandten Informatik bieten und Absolventen mit anderen Hochschulabschlüssen zusätzliche Informatik-Qualifikationen. (anw)