Halbleiter-Zulieferer Wacker baut neues Wafer-Werk
Der Halbleiter-Zulieferer Wacker Siltronic AG (Burghausen/Bayern) wird Mitte 2004 in Freiberg die Produktion von 300-mm-Wafern aufnehmen.
Der Halbleiter-Zulieferer Wacker Siltronic AG (Burghausen/Bayern) wird Mitte 2004 in Freiberg die Produktion einer neuen Wafer-Generation aufnehmen. Durch Investitionen in Höhe von 430 Millionen Euro sollen mehr als 600 Arbeitsplätze entstehen, sagte der Sprecher der Geschäftsführung, Peter-Alexander Wacker. Der Grundstein für das neue Werk solle noch in diesem Jahr gelegt werden. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Gillo (parteilos) nannte die Standortentscheidung des Konzerns mutig.
Von August 2004 an sollen in dem Freiberger Werk in der Startphase rund 60.000 Stück der 300-Millimeter-Wafer gefertigt werden. Der Endausbau der neuen Produktionslinie soll 2006 abgeschlossen sein. Dann wird nach Unternehmensangaben eine monatliche Kapazität von 150.000 Wafern erreicht. 300-mm-Wafer bieten die 2,25fache Fläche der bisher üblichen 200-mm-Wafer. Weil weniger Verschnitt anfällt, passen sogar etwa 2,4-mal so viele Chips gleicher Größe auf einen 300-mm-Wafer als auf die kleineren Siliziumscheiben. Bezogen auf einen einzelnen Baustein soll die Herstellung auf 300-mm-Wafern etwa 30 Prozent billiger sein und weniger Energie und Wasser benötigen als die Fertigung auf 200-mm-Wafern.
"Der Entscheidung für Freiberg als Standort der neuen Produktionsanlage für 300-Millimeter-Wafer ging eine intensive Analyse voraus, die auch Alternativen in Nordamerika und Asien umfasste", sagte Wacker. Für Freiberg sprächen die vorhandene Infrastruktur, hoch qualifizierte Mitarbeiter am Standort und eine hervorragende Kooperation mit Freistaat und Bund einschließlich seiner Investitionshilfen. Nach Angaben des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesforschungsministerium, Wolf-Michael Catenhusen, wird der Investitionszuschuss voraussichtlich rund 120 Millionen Euro betragen. Bund und Land teilten sich diese Summe. Wacker sagte: "Die Auszahlung der Mittel ist fest an den Ausbaufortschritt und den damit einhergehenden Personalaufbau gebunden." Zusätzlich zu den 600 direkten neuen Arbeitsplätzen würden voraussichtlich noch einmal etwa 600 im Umfeld entstehen. Gillo sagte, Wacker beweise mit seiner Standortentscheidung in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten unternehmerischen Mut. "Das ist heute bei deutschen Unternehmen sehr rar." Das Projekt sei ein Beispiel für gute Zusammenarbeit zwischen Bund und Land.
Wacker Siltronic ist nach eigenen Angaben als einziges Unternehmen außerhalb Japans in der Lage, 300-Millimeter-Wafer in großen Stückzahlen zu produzieren. Mit einem weltweiten Marktanteil von rund 20 Prozent gehöre das Unternehmen zu den drei führenden Anbietern von Large Wafern. Deshalb werden bereits im bayerischen Burghausen 300-Millimeter-Wafer in kleineren Serien gefertigt. Wacker beschäftigt nach Unternehmensangaben weltweit rund 17.000 Menschen. In Freiberg produzieren derzeit 560 Beschäftigte Wafer kleineren Durchmessers. In Sachsen hat Wacker an den beiden Standorten Freiberg und Nünchritz (Riesa-Großenhain) derzeit rund 1.400 Mitarbeiter. (dpa) / (jk)