Indiens Provider wollen Webportalen Gebühren aufzwingen

Der indische Providerverband hegt eine kühne Vorstellung: Er prüft derzeit, ob Anbieter wie eBay und Yahoo an die Verbandsmitglieder Gebühren entrichten sollen.

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Von
  • David Adamczewski

Der Versuch zahlreicher Internetportale, durch den globalen Ausbau der Internet-Infrastruktur neue User zu gewinnen, steht zumindest in Indien auf der Kippe. Denn wie die Zeitung Hindustan Times meldet, will die Internet Service Providers Association of India (ISPAI) den indischen Usern den Zugang zu Webportalen sperren, solange diese Unternehmen an die Organisation keine Gebühren zahlen. So ist derzeit eine Beteiligung des Verbandes an den Umsätzen von Hotmail, Yahoo und eBay in der Diskussion, schreibt die Webseite weiter.

Eingebracht hatte den Vorschlag das Verbandsmitglied Data Infosys. "Angesichts der Umsatzzuwächse bei den Webportalen sollten wir sie bitten, uns für den anfallenden Traffic zu bezahlen", begründet der Provider aus Rajasthan seine kühne Vorstellung. Der Newsdienst Register, der über den Vorschlag der indischen Provider-Firma berichtete, sieht darin den hoffnungslosen Versuch der Provider, mehr Geld in die leeren Kassen zu pumpen.

Für den Rechtsexperten Pavan Duggal ist die vorgeschlagene Methode der indischen Provider mehr als fraglich. Seiner Meinung nach könnte ein solches Vorhaben, sofern es wirklich beschlossen wird, sogar Grundrechte verletzten und damit gegen geltende Gesetze in Indien verstoßen. Laut der indischen Zeitung sind die Verbandsmitglieder hinsichtlich des Vorschlages noch uneins. Während Satyam, Data Access und HCL eine Sperrung befürworten, verhalten sich mit MTNL und VSNL die größten Provider neutral. Caltiger und Net4India lehnen den Vorschlag sogar ab. In Deutschland stoßen solche Ideen unter Providern wie unter Inhaltsanbieter dagegen eher auf Unverständnis. (daa)