Fachverlage setzen auf bezahlte Inhalte im Web
Laut einer Umfrage des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren erwarten Fach- und Wissenschaftsverlage in den kommenden Jahren Gewinne im Online-Segment.
Fach- und Wissenschaftsverlage setzen immer stärker auf Internetpublikationen gegen Bezahlung als zusätzliches Standbein. Auch die Akzeptanz der Nutzer, für Artikel oder Zeitschriften im Internet Geld zu bezahlen, steigt, berichtet der Arbeitskreis Elektronisches Publizieren (AKEP) am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse. In zehn Jahren erwarten laut einer Branchenumfrage über 80 Prozent in diesem Verlagssegment deutliche Gewinne. Das elektronische Publizieren verändere auch den Alltag in den Verlagen und es bildeten sich neue Job-Profile heraus.
Nach Angaben des AKEP ist Online-Publishing für ein Fünftel der 76 befragten Wissenschafts- und Fachverlage inzwischen ein gewinnträchtiges Geschäftsfeld. Knapp die Hälfte bezeichne das Kosten-Erlös-Verhältnis als ausgeglichen, etwa ein Drittel schreibe noch rote Zahlen. Elektronische Versionen gedruckter Bücher hätten dagegen wenig Chancen. Bücher am Bildschirm zu lesen sei noch immer nicht angenehm.
Zur Identifizierung und Nachverfolgung elektronischer Aufsätze im Internet wurde kürzlich eine internationale Registrierungsagentur ins Leben gerufen, berichtet AKEP-Sprecher Arnoud de Kemp. Diese Agentur mit Sitz in Washington vergibt elektronische Registrierungsnummern ähnlich den ISBN-Nummern bei Büchern. Sie helfen bei der Bestellung und Identifizierung der elektronischen Publikationen. Bislang tragen nach Angaben de Kemps 1,5 Millionen wissenschaftliche Aufsätze bereits eine D.O.I.-Nummer (Digitale Objekt-Identifizierung), jährlich kämen ein bis zwei Millionen hinzu.
Der AKEP wurde 1992 gegründet. Heute arbeiten nach eigenen Angaben rund 600 Mitglieder in dem Arbeitskreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Aktuelle Themen sind zur Zeit die Entwicklung neuer Online-Dienste, insbesondere die Volltextdatenbanken bei Fach- und Wissenschaftsverlagen sowie E-Learning. (anw)