Verlagsgruppe Handelsblatt spart sich die Telebörse

Die zweite große Kündigungswelle rollt durch den Handelsblatt-Verlag und dessen Online-Tochter -- etwa 175 Arbeitsplätze sollen wegfallen.

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Von
  • Torge Löding

Schuld sind einmal mehr die "anhaltend schwache Konjunkturlage" und "mittelfristig nur verhaltene Wachstumsperspektiven im Anzeigenmarkt": Nachdem die Düsseldorfer Verlagsgruppe Handelsblatt (VHB) im vergangenen Jahr sein brandneues Magazin Wirtschaftswoche E-Business schon kurz nach dem Start wieder vom Markt nimmt, rollen nun erneut Köpfe. Das Anlegermagazin Telebörse wird eingestellt. Zudem wird das Redaktionsteam von DMEuro abgespeckt; die Mitglieder müssen von Düsseldorf nach Frankfurt/Main umziehen. Außerdem verliert das Mutterschiff des Medienkonzerns, das Handelsblatt, seine wöchentlichen Beilagen Netzwert und Investor. Betriebsbedingt kostet das 175 von zurzeit etwa 1425 Beschäftigten den Arbeitsplatz.

Michael Grabner, Vorsitzender der Geschäftsführung der VHB und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Holtzbrinck, sagte, Ziel sei es, die Profitabilität des Konzerns wieder herzustellen und seine Marktposition zu sichern. Hart trifft der Sparkurs auch die Online-Tochter der VHB. Die Economy.One AG arbeitet künftig ohne eigene Zentralredaktion und werde sich demnächst ausschließlich auf Technik, Vermarktung und Inhaltszusammenfassung konzentrieren. Die Inhalte selbst sollen fortan aus den Print-Redaktionen geliefert werden. Die Mitarbeiterzahl bei Economy.One werde von 74 auf 31 reduziert.

Unterdessen berichten Branchendienste, dass der Verkauf des zu Gruner + Jahr gehörenden Berliner Verlags mit den Tageszeitungen Berliner Kurier und Berliner Zeitung sowie dem Stadtmagazin Tip an die Stuttgarter Holtzbrinck-Gruppe praktisch perfekt sei. Der Deal solle dem Mutterkonzern der VHB etwa 250 Millionen Euro kosten. (tol)