Kein Pflichtangebot durch France Telecom an MobilCom-Aktionäre [Update]
Der französische Telekommunikationskonzern France Telecom muss nach dem deutschen Übernahmegesetz den MobilCom-Aktionären kein Pflichtangebot machen, entschied Finanzdienstleistungsaufsicht.
Der französische Telekommunikationskonzern France Telecom muss nach dem deutschen Übernahmegesetz (Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz, WpÜG) den MobilCom-Aktionären kein Pflichtangebot machen, entschied die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin). Es wäre erst dann abzugeben, wenn France Telecom 30 Prozent der Stimmrechte unmittelbar halte und damit die alleinige Kontrolle über das Unternehmen erlange, hieß es: "Dies ist der Fall, wenn der Bieter 30 Prozent der Stimmrechte hält. Dabei kommt es darauf an, dass die Kontrollerlangung zu einem Zeitpunkt nach In-Kraft-Treten des WpÜG am 1. 1. 2002 eintrat."
Der französische Konzern ist derzeit an der Mobilcom AG mit 28,5 Prozent beteiligt. "Beim In-Kraft-Treten des WpÜG kontrollierten die France Telecom und Herr Schmid die MobilCom AG bereits gemeinsam", erklärte die Aufsichtsbehörde, ein Pflichtangebot sei aber erst dann abzugeben, wenn France Telecom 30 Prozent, etwa durch den Kauf der Aktien von Ex-MobilCom-Chef Gerhard Schmid, umittelbar halte. Dies ändere sich auch nicht durch eine Abberufung von Schmid, da dies "nicht zu einer anderen Bewertung der derzeitigen Kontrollsituation" führe. Schmid hatte bei der BAFin ein Rechtsgutachten eingereicht, mit dem er erreichen wollte, dass France Telecom ein Angebot an alle MobilCom-Aktionäre für die Übernahme ihre Anteile abgeben muss -- was für die Franzosen einen weitaus höhren Kaufpreis für MobilCom bedeuten würde als bislang geplant.
Schmid, Gründer und Hauptaktionär von MobilCom will gegen die Entscheidung der BAFIn Widerspruch einlegen. Die Behörde habe aus rein formalen Gründen und nicht im gewollten Sinn des Wertpapier-Übernahmegesetzes entschieden, teilte Schmid gegenüber dpa mit.
Schmid und France Telecom streiten, nachdem der Zwist zwischen MobilCom und France Telecom mit dem Ausscheiden von Schmid weitgehend beigelegt wurde, weiterhin ĂĽber den Preis, den der Konzern fĂĽr die Ăśbernahme der Aktien Schmids zahlen soll. Der zuletzt von Schmid vorgeschlagene Preis von 14 Euro pro Aktie sei noch zu hoch, hieĂź es erst jĂĽngst in Paris. France Telecom macht aber eine Einigung mit Schmid zur Bedingung fĂĽr die Ăśbernahme der UMTS-Kredite von MobilCom, fĂĽr die die BĂĽdelsdorfer gerade einen Zahlungsaufschub erhielten. (jk)