IG-Metall-Chef rät IT-Branche zu intelligenten Maßnahmen statt Entlassungen
"Wir brauchen ein VW-Modell für die IT- und Telekommunikationsindustrie", forderte Klaus Zwickel in Anspielung auf die in Krisenzeiten eingeführte 28-Stunden-Woche bei dem Autokonzern.
IG-Metall-Chef Klaus Zwickel hat den Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche in Deutschland vorgeworfen, vorschnell und einfallslos auf die Branchenkrise zu reagieren. Statt konzeptionslos weiter abzubauen und zu entlassen, seien intelligente Alternativen und mutige Entscheidungen erforderlich, sagt Zwickel am Donnerstag auf einer Kundgebung vor dem Hauptgebäude von Hewlett-Packard in Böblingen. Daran nahmen laut IG Metall mehr als 1.000 Mitarbeiter der in der Region Stuttgart ansässigen Unternehmen teil. Nach Angaben der Gewerkschaft stehen beispielsweise bei der "neuen HP", bei IBM, Alcatel, Marconi und anderen 5.000 Stellen zur Disposition. In ganz Deutschland rechnet der Branchenverband Bitkom mit 28.000 weniger Arbeitsplätzen.
Grundsätzlich sollten die Unternehmen in der Krise statt Stellenabbau und Entlassungen Maßnahmen ergreifen, damit die Arbeitnehmer weiter beschäftigt werden könnten, betonte Zwickel. Er verwies auf VW, wo Anfang der 90er Jahre die Arbeitszeit für 30.000 Beschäftigte von 35 auf 28 Stunden verkürzt worden sei und niemand entlassen wurde. Nach der Krise seien alle Beschäftigten an Bord gewesen und es musste nicht mühselig neues Personal eingearbeitet werden. "Wir brauchen ein VW-Modell für die IT- und Telekommunikationsindustrie", forderte der IG-Metall-Vorsitzende. (dpa) / (jk)