Magdeburg ist nutzerfreundlichste "digitale Hauptstadt" [Update]

Neben der Hauptstadt Sachsen-Anhalts findet die Initiative D21 auch die Seiten von Essen und Stuttgart vorbildlich.

vorlesen Druckansicht 129 Kommentare lesen
Lesezeit: 3 Min.

Mit der Nutzerfreundlichkeit ihres Internetangebots belegt die Stadt Magdeburg bundesweit den ersten Platz. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie E-Town 2002 -- Deutschlands digitale Hauptstädte der Initiative D21, der branchenübergreifend rund 300 Unternehmen angehören. Für die Studie, die auf dem morgigen D21-Jahreskongress in Leipzig erhältlich sein soll, wurden die Internetauftritte von 82 deutschen Großstädten begutachtet.

Die Navigation der Magdeburger Homepage sei bedienungsfreundlich und führe den Nutzer sicher durch die Seiten, sodass er die Angebote leicht finden könne, heißt es in der Begründung. Besondere Beachtung verdiene das System zur Information über den Rat, da es beispielsweise die Art der Dokumente erläutere. Gelungen seien ferner die Veranstaltungskalender im Bereich Tourismus und Freizeit und die Unternehmerdatenbank unter dem Stichwort Wirtschaft.

In der Studie wurden neben der Nutzerfreundlichkeit die Kategorien Elektronische Verwaltung und E-Demokratie untersucht. Bei der elektronischen Verwaltung schnitt die Stadt Essen am besten ab, weil sie laut Studie den besten Online-Service fĂĽr die BĂĽrger bietet. Den ersten Platz in der Kategorie E-Demokratie belegt Stuttgart. Nach Ansicht der Juroren bezieht die Hauptstadt von Baden-WĂĽrttemberg die BĂĽrger ĂĽber das Internet bundesweit am meisten in die Politik ein.

Heidelberg, Münster und Pforzheim sowie Düsseldorf, Moers und Osnabrück bekamen positive Erwähnungen für ihre Leistungen in den Bereichen Angebote für Frauen und Kommunale Bebauung. Insgesamt lobt die Initiative die zahlreichen Lösungen für elektronische Verwaltung und Demokratie; es zeige sich aber im Vergleich mit den Ergebnissen des (N)Onliner-Atlas, dass die Beteiligung der Bürger nicht immer Schritt hält mit den Fortschritten in der Online-Verwaltung. Städte mit einem sehr guten Angebot hätten oft den geringsten Anteil an Web-Surfern. Hier müsse das Internetangebot der Stadt aktiv an den Bürger herangebracht werden. Hotline, Printmedien und E-Gouvernement sollten eine Einheit bilden.

Erwin Staudt, Chef von IBM Deutschland und Vorsitzender der Initiative D21, sagte bei der Vorstellung der Studie, die Städte sollen sowohl zum "Ideenklau" als auch zum miteinander arbeiten angeregt werden. "Es muss nicht jeder das Rad neu erfinden, man kann voneinander profitieren." Dafür sei auf Dauer aber eine bundesweite Kooperation notwendig -- am besten unter dem Dach des Bundesinnenministeriums. "Dies gilt insbesondere mit Blick auf über 4000 Gesetze und Verordnungen, die den Service im Internet behindern."

Außerdem meinte Staudt gegenüber dpa, zur besseren Nutzung des Internetangebots von Städten und Kommunen sei die elektronische Signatur unverzichtbar. "Es fehlen einheitliche und verbindliche Infrastruktur. Ferner herrschen starke Sicherheitsbedenken." Beidem könne durch eine Speicherung der Unterschrift auf dem Personalausweis begegnet werden. "Entwickeln wir ein derartiges Verfahren, könnten wir weltweit eine Vorreiterrolle übernehmen. Davon könnten Wirtschaft und Mittelstand profitieren." (anw)