Strafen für Wall-Street-Firmen wegen Löschen von E-Mails

Die US-Börsenaufsicht SEC will der Deutschen Bank und fünf weiteren Wertpapierhäusern Strafen im Gesamtwert von 10 Millionen US-Dollar aufbrummen.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) will Strafen im Gesamtwert von 10 Millionen US-Dollar gegen sechs Wertpapierhäuser verhängen, weil diese ihren E-Mail-Verkehr nicht ordnungsgemäß gespeichert haben, berichtet das Wall Street Journal. Zu den betroffenen Banken soll neben der Citigroup, Morgan Stanley, Goldman Sachs Group, Merrill Lynch und der U.S. Bancorp auch die Deutsche Bank AG gehören. Außer den Geldstrafen dürften sich die Bankhäuser zudem eine Rüge der SEC einhandeln. Sie müssten zudem versprechen, Zuwiderhandlungen dieser Art künftig zu unterlassen.

Die SEC hatte bei Ermittlungen in den Wertpapierhäusern wegen des Verdachts von Börsenregelverletzungen erfolglos nach relevantem E-Mail-Material gesucht, obwohl die Banken verpflichtet sind, ihren gesamten E-Mail-Verkehr mindestens drei Jahre lang aufzubewahren. Schon die Ermittlungen im Zusammenhang mit den jüngsten Bilanzskandalen (besonders bei Enron, Merryll Lynch, Credit Suisse First Boston) hatten ergeben, dass Finanzunternehmen immer wieder und in großem Stil E-Mails vernichten. Bei einer gemeinsamen Sitzung mit der NASD (National Association of Securities Dealers) und der New York Stock Exchange (NYSE) hatte die Börsenaufsicht deshalb Anfang der Woche anscheinend beschlossen, ab sofort eine schärfere Gangart einzuschlagen. (pmz)