Entlassungen bei Lintec-Tochter RFI
Mit stark verkleinerter Mannschaft und einem Strategiewechsel will die Firma wieder auf Erfolgskurs kommen.
Die Mobil-Tochter RFI des in die roten Zahlen geratenen Computerkonzerns Lintec entlässt 89 ihrer 123 Mitarbeiter. Das bestätigte Konzern-Sprecher Dirk Heynig gegenüber heise online. Besonders der Vertrieb von Notebooks fremder Hersteller habe sich nicht ausgezahlt -- die Marge liege bei nur 1 bis 2 Prozent und das Kosten-Nutzen-Verhältnis habe sich stetig verschlechtert, so der Firmensprecher. Konzentrieren wolle sich RFI auf die Entwicklung und Herstellung von Eigenprodukten wie Notebook-Zubehör und Bluetooth-Anwendungen. Unter anderem habe das Unternehmen eine Lösung zur Flottensteuerung bei dem Lebensmittellieferanten BoFrost entwickelt.
"Beim Börsengang haben wir den richtigen Zeitpunkt verstreichen lassen", so Heynig gegenüber heise online. Lintec hatte 1999 die Mehrheit an RFI übernommen und das Unternehmen damals auf den Börsengang vorbereitet. Um seine Internationalisierungsstrategie umzusetzen, wollte die Firma mehr als 100 Millionen Euro an der Börse aufnehmen. Der Börsengang war für das Jahr 2000 geplant, sollte dann aber aufgrund des schlechten Umfeldes auf Anfang 2001 verschoben werden. "Das war dann aber viel zu spät -- die Fenster waren zu", so der Sprecher.
Nun werde RFI stark verkleinert weiterarbeiten. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Firma von den 365,1 Millionen Euro Konzernumsatz bei Lintec etwa ein Viertel. (tol)