US-Großaktionäre verstärken Druck auf Vivendi-Chef
Familie Bronfman, die seit Monaten gegen Messier Druck ausübt, strebt die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung an, heißt es in einer französischen Zeitung.
US-Großaktionäre des weltweit zweitgrößten Medienkonzerns Vivendi Universal wollen einem Zeitungsbericht zufolge Vorstandschef Jean-Marie Messier stürzen. Familie Bronfman, die seit Monaten gegen Messier Druck ausübt, strebt die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung an, heißt es in der französischen Wirtschaftszeitung La Tribune . Der Konzern lehnte eine Stellungnahme dazu ab.
Den Kursverfall der Vivendi-Aktie, die seit Jahresanfang um mehr als zwei Drittel ihres Wertes einbüßte, lasten die US-Großaktionäre vor allem auch Messier an. Mehrfach kritisierten sie die mangelnde klare Ausrichtung des Mischkonzerns auf die Mediensparte. Die Bronfman-Familie ist mit gut fünf Prozent größter Vivendi-Einzelaktionär. Am Freitag erholte sich die Vivendi-Aktie nach dem dramatischen Einbruch in dieser Woche an der Pariser Börse in einem insgesamt freundlicheren Markt zwischenzeitlich um fast sechs Prozent auf 20,99 Euro.
Die Amerikaner seien verärgert, dass der Verwaltungsrat Messier am vergangenen Dienstag nicht abberufen habe, berichtet die Zeitung. Die US-Großaktionäre hätten auf der Sitzung gegen Messier gestimmt, sich aber nicht gegen die französischen Anteilseigner durchsetzen können. Die Gerüchte über eine Abberufung Messiers hatten sich vor dem Treffen verstärkt. Beste Aussichten als Nachfolger werden dem Thomson-Multimedia-Chef Thierry Breton gegeben.
Unterdessen droht Vivendi neuer Ärger beim Abonnentenfernsehen Canal+. Die Medien-Regulierungsaufsicht CSA soll im Auftrag des obersten Verwaltungsgerichts Frankreichs prüfen, ob die Anteile der Investoren, die nicht der Europäischen Union angehören, bei der TV-Tochter die zulässige Höchstgrenze überschreiten. Nach dem französischen Medienrecht dürfen Investoren aus Staaten außerhalb der EU nicht mehr als 20 Prozent an Fernseh- und Radiostationen des Landes halten. (dpa) / (anw)