Grundschüler machen Computerkunst

Mit einer Aufführung der interaktiven Musikrevue Die Welt der Drachen einer Grundschulklasse wurde der Tag der offenen Tür in den Lübecker Media Docks eröffnet.

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Von
  • Eva-Maria Mester
  • dpa

Kinder und Computer, da denken Eltern und Lehrer meist an stumpfsinnige Videospiele und unkontrollierten Internetkonsum. Dass Kinder schon im Grundschulalter durchaus kreativ mit Computern umgehen können, haben Schülerinnen und Schüler einer dritten Klasse in Lübeck bewiesen. Mit einer Aufführung ihrer interaktiven Musikrevue Die Welt der Drachen wurde der Tag der offenen Tür in den Lübecker Media Docks eröffnet.

Auf der Bühne tanzen und agieren die Kinder im Rhythmus der Musik von Sergej Prokofieff, auf einer Videowand im Hintergrund läuft ein Animationsfilm als Bühnenbild und, über eine Webcam und einen Computer gesteuert, werden zur Handlung passende Geräusche eingespielt. Alle Elemente aus dem großen Theater sind von den Drittklässlern selbst erarbeitet und produziert worden. "Sie haben das Stück geschrieben, das Bühnenbild gestaltet, den Animationsfilm gedreht und den Computer für die Tonregie programmiert", bestätigt Projektleiter Thomas Winkler vom Institut für Multimediale und Interaktive Systeme (IMIS) der Medizinischen Universität Lübeck.

Das Stück der jungen Computerkünstler, die die Grundschule Lauerholz in Lübeck besuchen, ist Teil des Modellprojektes ArtDeCom, an dem das IMIS, das Kunsthistorische Institut der Christian-Albrechts-Universität und der Muthesius-Hochschule in Kiel seit eineinhalb Jahren arbeiten. "Schüler verschiedener Jahrgangsstufen sollen in diesem Projekt gleichzeitig den Umgang mit Computern und künstlerisches Gestalten erlernen, analytische und gestalterische Fähigkeiten entwickeln", sagt der Direktor der IMIS, Michael Herczeg. Neben der Grundschule Lauerholz beteiligen sich eine achte Klasse und ein 13. Jahrgang zweier Lübecker Gymnasien sowie die neunte Klasse einer Realschule an dem auf drei Jahre angelegten Modellversuch. Die Ergebnisse sollen in Vorschläge für neue Unterrichtsformen und neue Lehrpläne für die Kunsterzieherausbildung einmünden.

ArtDeCom ist eines von bundesweit 22 Projekten, die durch das Programm Kulturelle Bildung im Medienzeitalter (KuBiM) der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung finanziert werden. Herczeg hält dieses Programm für sehr wichtig für die Weiterentwicklung des deutschen Bildungssystems. "Die Trennung zwischen Computer und Kultur entspricht nicht mehr der Lebenswelt junger Menschen. Durch interdisziplinäre Angebote können wir Lernanreize schaffen", sagt Herczeg. (Eva-Maria Mester, dpa) / (anw)