Apple-Manager im Zwielicht
Zweimal in den letzten beiden Jahren verkauften Apple-Manager Aktien im Werte von mehreren Millionen US-Dollar, kurz bevor die Papiere mit dem Apfel-Logo an den Börsen der Welt ins Straucheln gerieten.
Zweimal in den letzten beiden Jahren verkauften Apple-Manager Aktien im Werte von mehreren Millionen US-Dollar, kurz bevor die Papiere mit dem Apfel-Logo an den Börsen der Welt ins Straucheln gerieten. "Das sieht nach gutem Timing aus", meint Lon Gerber, Direktor der Abteilung Insider Research bei Thomson Financial. Jetzt sehen sich auch die Apple-Granden dem schmutzigen Verdacht des Insider-Handels ausgesetzt.
Die größten Verkäufe tätigten Fred Anderson, Chief Financial Officer bei Apple, und fünf seiner Kollegen zwischen dem 22. April und 31. Mai dieses Jahres. 1,9 Millionen Aktien im Gesamtwert von mehr als 49 Millionen US-Dollar suchten sich auf dem Börsenparkett neue Besitzer. Der Preis pro Aktie lag bei rund 24 Dollar.
Einige Tage später, am 18. Juni, musste Apple seine Gewinnprognosen für das zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres nach unten korrigieren. Prompt rutschten die Papiere des iMac-Erfinders auf 17 Dollar ab.
Das gleiche Ding zogen die Apple-Manager vor zwei Jahren schon einmal durch. Damals brachten drei der auch in diesem Jahr an der Börse tätigen Apple-Chefs, die Senior Vice Presidents Avie Tevanian, Sina Tamaddon und Strategieberaterin Nancy Heinen, mehr als 370.000 Aktien im Gesamtwert von mehr als 21 Millionen US-Dollar unter die Leute. Auch Senior Vice President Jon Rubinstein, verantwortlich für den Hardware-Bereich, war mit von der Partie. Einen Monat später geriet das Apple-Papier wegen einer Gewinnwarnung ins Trudeln.
Um den geschäftsschädigenden Verdacht auf Insider-Handel schon im Keim zu ersticken, legen Unternehmen ihren Managern, die Aktien verkaufen wollen, strenge Bedingungen auf. Im Fachjargon spricht man von "Trading Windows". Die C-Klasse der Führungsriege darf seine Papierer nur zu bestimmten Zeiten an der Börse zum Verkauf anbieten, und nicht dann, wann es den Chefs aufgrund ihres Insider-Wissens gerade besonders günstig erscheint. Trotzdem weichen die internen Regeln, was den Aktienhandel betrifft, von Unternehmen zu Unternehmen stark voneinander ab. Bis jetzt war Apple nicht bereit, seine Geschäftspolitik in punkto Börse (policy on trading windows) offenzulegen. (ku)