"Eine Nation unter Windows XP"
Ein Satire-Onlinedienst nimmt Bush auf die Schippe: Nachdem der Bezug auf Gott im US-Treueschwur als verfassungswidrig erklärt worden ist, suche die US-Regierung dringend einen neuen Sponsor für den Eid auf die Fahne, etwa Microsoft oder Starbucks.
Nachdem der Bezug auf Gott im US-Treueschwur als verfassungswidrig erklärt worden ist, suche die US-Regierung dringend einen neuen Sponsor für den Eid auf die Fahne, etwa Microsoft oder Starbucks -- mit dieser Ulk-Meldung hat der satirische Online-Dienst satirewire.com vergangene Woche die Lacher auf seine Seite gebracht.
In dem Treueschwur werden die USA als "eine Nation unter Gott" bezeichnet. Das widerspreche dem Grundsatz der Trennung von Staat und Kirche, hatte ein kalifornisches Gericht festgestellt. "Das Justizministerium spricht schon mit möglichen Sponsoren und testet Versionen wie 'eine Nation unter Windows XP' oder 'eine Nation, aber 24 000 Starbucks-Cafés'", meldete satirewire.com.
Das virtuelle Satiremagazin besteht seit gut zwei Jahren und hat in kürzester Zeit eine treue Fangemeinde gefunden. Es nimmt die Ereignisse der aktuellen Weltpolitik aufs Korn und verschont nichts, was in den USA Schlagzeilen macht. Der Dienst ist die Erfindung des Reporters Andrew Marlatt (41), der seine Brötchen bis 1999 als Reporter einer Internet-Zeitschrift verdiente.
"US-Schüler verlangen Kriege in Ländern, die einfacher im Atlas zu finden sind", meldete Marlatt nach der Veröffentlichung einer Studie über die dürftigen Geographiekenntnisse der Schüler. Der Ankündigung des Tabakkonzerns Philip Morris, sich in Altria umzubenennen, folgte auf satirewire die Meldung, dass der Lungenkrebs beschlossen habe, sich fortan Philip Morris zu nennen. Der Markenname sei weltweit bekannt. "Wer Philip Morris hört, denkt sofort an Lungenkrebs, eine Übersetzung ist nicht nötig." Der Pädophilen-Skandal in der katholischen Kirche las sich bei satirewire so: "Ein neues Gesetz sieht vor, dass die örtliche Polizei Einwohner ab sofort warnen muss, wenn eine katholische Kirche in der Nähe aufmacht."
Dass sich der derzeitige Präsident wegen seiner Neigung zu Versprechern besonders als Satireziel eignet, bestreitet Marlatt. "Die US-Regierung bietet immer einen fruchtbaren Boden. Hier ist alles frei, jeder kann sagen, was er will, und deshalb sagen viele Leute auch eine Menge dummes Zeug", meint er. Beschwerden betrachtet Marlatt als Kompliment. "Wenn ich auf eine Geschichte hin mal keine einzige böse E-Mail bekomme, war die Meldung wahrscheinlich nicht gemein genug." (Christiane Oelrich, dpa)/ (cp)