Studie: Riskanter M-Commerce

Nicht Handyviren seien die größte Gefahr für mobile Geschäfte, sondern Fälschungen bei der Benutzeridentifizierung, Datenmanipulationen und Datendiebstahl.

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"Das teure und doch so zarte Pflänzchen UMTS wird in der öffentlichen Meinung plattgemacht, sobald die ersten Angriffswellen der Hacker über das mobile Internet hereinbrechen", erklärt die M-Commerce-Chefin des Branchenverbands eco-Forum (Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.), Bettina Horster. Im mobilen Internet seien aber nicht Handyviren die größten Risikofaktoren, sondern Fälschungen bei der Benutzeridentifizierung, Datenmanipulationen und Datendiebstahl. Dies hat eine Delphi-Befragung unter 42 Experten für den Mobilbereich ergeben.

Demnach meinen vier Fünftel der Experten, der gesamte Erfolg des Mobile Business hänge davon ab, dass Netzbetreiber, Diensteanbieter und Gerätehersteller die Sicherheitsprobleme in den Griff bekommen. Wegen der Gefahren für UMTS, aber auch für den Mobilfunk insgesamt, fordert Horster, dass die Sicherheitsrisiken von den Netzbetreibern, Geräteherstellern und Diensteanbietern zügig benannt werden müssen. Fast alle Fachleute stufen unbefugtes Abfangen von Daten über die Funkschnittstelle als größtes Sicherheitsrisiko für "mobile Geschäfte" ein. Die Manipulation von Daten sind für 81 Prozent ein Problemfeld, und Fehler bei der eindeutigen Identifizierung des Handybenutzers befürchten ebenfalls 81 Prozent der Experten. Die Ausbreitung von Computerviren auf mobile Endgeräte wie Handys, Smartphones und Taschencomputer landen hingegen mit 70 Prozent auf dem vierten Platz der Gefährdungspotenziale.

Die Branche hat sich laut der Analyse bereits den drängenden Sicherheitsproblemen zugewandt. Schon bald werden mobile Endgeräte mit digitalen Unterschriften versehen werden können, die die Identität zweifelsfrei sicherstellen, meinen 85 Prozent der Befragten. Fast drei Viertel erwarten, dass sich künftig die Kombination aus Persönlicher Identifikationsnummer und Transaktionsnummer als Sicherheitsmerkmal durchsetzen wird. Durch zwei SIM-Karten abgesicherte Handys stufen 60 Prozent der Spezialisten als wichtige Maßnahme gegen Missbrauch im mobilen Internet ein. An biometrische Verfahren wie Fingerabdruck- und Iriserkennung glauben gut die Hälfte der Befragten.

Trotz aller Ansätze zur Erhöhung der Sicherheit sind noch erhebliche Widerstände zu überwinden, bevor das mobile Internet gefahrlos wird, lautet das Resümee der Analyse. Als größte Hürden stufen die Experten ein: geringe Akzeptanz der Netzbetreiber und Diensteanbieter, mangelnde Standards, hohe Kosten, Einschränkungen bei der Bequemlichkeit für die Verbraucher sowie ungenügende Kompatibilität zu Hardware und Software. (anw)