Bislang keine Entscheidung im MobilCom-Gerangel

Heute werden bei MobilCom Kredite in Höhe von 4,7 Milliarden Euro fällig.

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Von
  • Torge Löding

Heute werden bei MobilCom Kredite in Höhe von 4,7 Milliarden Euro fällig. Ein Handelsblatt-Bericht nährt die Hoffnung auf eine Lösung für das Unternehmen: Demzufolge erwägt die France Telecom, die MobilCom-Beteiligung von 28,5 Prozent an die kreditgebenden Banken zu veräußern. Die Banken wiederum sollten die Kredite zunächst stunden und dann teilweise erlassen. An den Aktienmärkten wird das MobilCom-Papier nach diesem Bericht sehr freundlich gehandelt: Bis zum Mittag stieg der Kurs in Frankfurt um 30,48 Prozent auf 2,74 Euro.

Falls die Banken einwilligen und die Mobilcom-Aktien übernehmen, würden sie die Anteile zu einem späteren Zeitpunkt in einer Zweitplatzierung an die Börse bringen. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf MobilCom-Unternehmenskreise. In der darin beschriebenen Vorgehensweise sehen andere Branchenkreise aber wenig Sinn. Es gibt laut dpa dagegen die gegenteilige Spekulation, nach der France Télécom nicht nur die MobilCom-Schulden, sondern gleich das gesamte Unternehmen übernehmen könnte.

MobilCom-Aufsichtsrat Dieter Vogel hält sich derzeit zu Verhandlungen in Paris auf. Bei MobilCom gibt es zu dem Handelsblatt-Bericht bislang keinen Kommentar. Im Laufe des Tages will das Büdelsdorfer Mobilfunkunternehmen offiziell mitteilen, ob der Kredit vorläufig gestundet wird. Andernfalls müsste MobilCom Insolvenzantrag stellen. Die Banken haben den Kredit bereits zweimal verlängert und würden das Geld verlieren, wenn MobilCom insolvent würde.

Bis zu einem Ergebnis bleiben auch weitere Entscheidungen in der Schwebe, etwa über neue Kredite der Landesbank Schleswig-Holstein und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Auch die Verhandlungen zwischen dem Vorstand und den Arbeitnehmern über den Abbau von 1850 von 4200 Vollzeit-Arbeitsplätzen haben noch nicht begonnen. (tol)