Neue Ermittlungen gegen Ceyoniq-Vorstand

Zu der Ermittlung wegen Insider-Handels gesellt sich ein Verfahren wegen Bilanzfälschung.

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Von
  • Torge Löding

Doppelt hält länger im Gefängnis: Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun auch wegen des Verdachts der Bilanzfälschung gegen das ehemalige Vorstandsmitglied der insolventen Ceyoniq AG, Thomas Wenzke. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BAFin hatte gegen das frühere Vorstandsmitglied zunächst Anzeige wegen des Verdachts auf Insider-Handel erstattet. Die förmliche Insider-Untersuchung sei "mit einem positiven Ergebnis" abgeschlossen worden, bestätigte eine Sprecherin der Bonner Behörde gegenüber der Neuen Westfälischen Zeitung. Das Verfahren sei daher an die Staatsanwaltschaft in Bielefeld abgegeben worden. Das wiederum bestätigte Oberstaatsanwalt Klaus Pollmann der dpa.

Der Verdacht lautet, dass Wenzke und sein damaliger Vorstandskollege Jürgen Brintrup im Wissen um die schwierige Situation des Software-Herstellers einen Teil ihrer Aktien verkauft hätten. Außerdem wird mittlerweile auch überprüft, ob Wenzke Jahresabschlüsse gefälscht habe, um auf diese Weise Kredite zu erschleichen. Während Brintrup bereits Anfang Juli gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, muss Wenzke nach einem Haftprüfungstermin weiter hinter Gittern bleiben. Die Staatsanwaltschaft hatte den Haftbefehl zuvor um die neuen Vorwürfe erweitert.

Mitte April hatte das Software-Unternehmen Insolvenzantrag gestellt. Ein Firmensprecher begründete den Schritt damals mit hohen Verlusten. Der am Neuen Markt gelistete Spezialist für digitale Archivierungssysteme beschäftigte zuletzt etwa weltweit 600 Mitarbeiter, davon 220 am Stammsitz in Bielefeld. (tol)