Uni Cambridge will die Software der Beschäftigten

Bisher war die Uni eine der letzten Ausnahmen, ab nächstem Jahr aber soll auch die Cambridge University Patente und Entwicklungen der Mitarbeiter als geistiges Eigentum einfordern.

vorlesen Druckansicht 138 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • Jörn Loviscach

Zusammen mit ähnlichen Weltklasse-Instituten wie MIT und Stanford stellt die Cambridge University eine der letzten Hochschulen dar, an denen Forscher ihre Erfindungen auf eigene Kasse vermarkten können. Gemäß dem Willen der Leitungsgremien soll damit ab 2003 Schluss sein: Die Universität beansprucht "Patente, Know-how, vertrauliche Information und Urheberrechte an Entwürfen, Software und zugehöriger Dokumentation". Ausgenommen bleiben Bücher, Artikel und Vorlesungen. Außerdem werden die Forscher mit 33,3 Prozent, bei kleineren Beträgen mit bis zu 90 Prozent an den Nettoeinkünften beteiligt.

Kritiker der Änderung sehen eine Gefahr für freie Software: Die an der Hochschule entwickelten Programme würden nun der Institution gehören -- und die sei abhängig von großen Sponsoren wie Microsoft. Außerdem schrecke man qualifizierte Forscher ab und torpediere die bislang so erfolgreiche Gründung von Firmen aus der Hochschule heraus. Und statt nun noch Forschungsergebnisse mit dem steigenden bürokratischen Aufwand patentieren zu lassen, würden die Forscher sie einfach veröffentlichen.

In Deutschland hat das entsprechende "Hochschullehrerprivileg" seit Anfang Februar ausgedient. Deutsche Professoren besitzen aber im Allgemeinen noch die Rechte an ihren Softwareentwicklungen -- wenn diese nicht patentierbar sind. (Dr. Jörn Loviscach) / (jk)