"Goner"-Entwickler angeklagt

FĂĽnf israelische Jugendliche mĂĽssen sich vor einem Gericht in Haifa verantworten, weil sie einen E-Mail-Wurm entwickelt und verbreitet haben sollen.

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Gegen fünf israelische Jugendliche wurde vor einem Gericht in Haifa Anklage erhoben, weil sie den E-Mail-Wurm "Goner" in die Welt gesetzt haben sollen. Vier der Angeklagten kommen aus dem nordisraelischen Nahariya und gehen in die zehnte und elfte Klasse. Der fünfte Jugendliche -- ebenfalls aus Nord-Israel -- ist ein Achtklässler, schreibt die israelische Tageszeitung Ha'aretz. Ihnen wird vorgeworfen, vorsätzlich Firmencomputer und PCs von privaten Anwendern geschädigt zu haben. Auch sollen Computersysteme der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA in Mitleidenschaft gezogen worden sein. In welchem Zusammenhang sie mit den vier Jugendlichen stehen, die am 9. Dezember 2001 verhaftet worden waren, geht aus dem Bericht nicht hervor.

"Goner" tauchte zuerst am 4. Dezember auf und verbreitete sich zeitweilig mit einer Rate von bis zu 100.000 infizierten PCs pro Minute. Der als Bildschirmschoner getarnte Wurm kommt als Anhang von E-Mails in die Mailboxen der PC-Besitzer und verbreitet sich über das Adressbuch von Microsofts Outlook weiter, wenn das Attachment geöffnet wird.

Einem der Jugendlichen wird vorgeworfen, den Wurm entwickelt zu haben, während die anderen vier für seine Verbreitung gesorgt haben sollen. Der Entwickler habe laut Anklageschrift zuvor versucht, mit einem Virus Teilnehmer von Chaträumen zu schädigen. Weil er damit keinen Erfolg gehabt hatte, soll der Angeklagte auf Basis des Melissa-Wurms Goner entwickelt haben. (anw)