Rassismus-Vorwürfe gegen Xerox bestätigt

Der Kopiererhersteller lässt es darauf ankommen: Vier Mitarbeiter könnten das Unternehmen jetzt wegen Ungleichbehandlung verklagen.

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Von
  • Torge Löding

Die Kommission für gleiche Recht am Arbeitsplatz der US-Regierung EEOC hat herausgefunden, dass afro-amerikanische Mitarbeiter des Kopiererherstellers Xerox zumindest im Werk in Cincinnati tatsächlich einem rassistischen Klima ausgesetzt sind. Das berichtet das Wall Street Journal in seiner Online-Ausgabe. Die Kommission hatte Ermittlungen eingeleitet, nachdem vier Arbeiter von rassistischen Beschimpfungen, Belästigungen mit schwarzen Puppen mit Schlinge um den Hals und schlechterer Behandlung durch ihre weißen Vorgesetzten als ihre weißen Kollegen, berichtet hatten.

Schon früher hatten Xerox-Mitarbeiter von rassistischer Diskrimierung in verschiedenen Werken berichtet. Bislang aber hatte die EEOC dem Unternehmen nichts nachweisen können. Den aktuellen Fall wollte die Kommission nicht weiter kommentieren. Ein Sprecher sagte nur, dass jährlich etwa 80.000 Beschwerden bei der EEOC eingingen. In 60 Prozent der Fälle wird kein Beweis gefunden, 18 Prozent werden aus organisatorischen Gründen nicht weiterverfolgt -- etwa weil die Kontaktaufnahme mit möglichen Zeugen misslingt. Die meisten der übrigen 22 Prozent der Fälle werden einvernehmlich gelöst. In den seltesten Fällen kommt es zu einer Gerichtsverhandlung.

Das könnte bei Xerox anders enden. Bislang weist das Unternehmen die Vorwürfe zurück und schaltet auf stur. Nun könnte der Cincinatti-Fall vor ein Gericht gehen -- das wäre keine gute PR für Xerox. Beobachter in den USA befürchten, dass Cincinnati keine Ausnahme bleibt -- in Zeiten wirtschaftlicher Krisen würden rassistische Vorurteile leicht auf fruchtbaren Boden fallen. (tol)