Dr. Motte soll SACD-Geschäft beflügeln
Mit radikalen Preissenkungen und einer Promo-Aktion auf der Love Parade will Sony der Super Audio CD endlich zum Erfolg verhelfen.
Mit radikalen Preissenkungen und einer Promo-Aktion auf der Love Parade will Sony der Super Audio CD (SACD) endlich zum Erfolg verhelfen. So wird der Listenpreis des mehrkanaligen Einsteiger-Players SCD-XE670 zum 1. September nun um satte 200 Euro auf 300 Euro gesenkt, das zweite Mehrkanalton-Modell SCD-XB770QS ist dann für 400 Euro statt 600 Euro erhältlich. Der neue Top-SACD-Player SCD-XB780QS soll für 550 Euro in die deutschen Läden kommen -- endgültig vorbei sind also die Zeiten, in denen das Einstiegsmodell für 999 Mark als "Preisbrecher" galt.
Die zweite Aktion soll offenbar vor allem die jugendliche Kundschaft voll ins Herz treffen: So sponsert Sony auf der Love Parade am 13. Juli in Berlin den führenden Wagen. Der hat nach Meinung des Unternehmens "große Chancen auch der Eyecatcher Nummer 1 zu werden": Nicht nur, dass zum ersten Mal seit Anfang der Neunziger DJ und Love-Parade-Initiator Dr. Motte selbst wieder am Mischpult steht, Sony will alle Seiten des Gefährts auch noch mit Sony- und Super-Audio-CD-Logos pflastern.
Etwaige Ängste, dass die Vorzüge des hochauflösenden Audioformats auf der Veranstaltung nicht richtig zur Geltung kommen, dürften unbegründet sein: Aus Sonys offizieller Pressemitteilung geht nämlich gar nicht hervor, dass die SACD überhaupt auf der Love Parade eingesetzt wird. Stattdessen wagt Dr. Motte, der sich "am 27. Juni 2002 im Sony Style Store am Potsdamer Platz in Berlin von der fantastischen Klangwelt der SACD überzeugen" konnte und für den sie "das angesagteste neue Format überhaupt" ist, am Ende des Pressetexts zu träumen: "Mich würde es extrem reizen, in einer meiner nächsten Arbeiten das volle Spektrum dieser neuen Technik auszuloten". Wie dem auch sei: Dem Endverbraucher bringt SACD unter anderem Mehrkanalton, der Industrie einen Kopierschutz; Details zu dem Format bringt der Artikel Hinter dem Klanghorizont auf S. 162 der Ausgabe 18/2001 von c't (im heise online-Kiosk zum kostenpflichtigen Download verfügbar). (nij)