Internet-Radios und Musikindustrie gehen vor Gericht
Die RIAA und die Internet-Radios haben fast zeitgleich Einspruch gegen die Festlegung von LizenzgebĂĽhren eingelegt.
In den USA geht die Auseinandersetzung um Lizenzgebühren für die Ausstrahlung von Musik in Internetradios weiter. Die Digital Media Association teilt mit, dass die Internetradios vor Gericht Einspruch gegen die vor kurzem festgelegten Gebühren einlegt haben. Aber auch die Musikindustrie ist mit der Entscheidung von James H. Billington, Leiter der Library of Congress, pro Musikstück und Hörer 0,07 US-Cent verlangen zu dürfen, nicht zufrieden. Auch sie hat vor Gericht Einspruch eingelegt. Nun wird sich ein Bundesrichter in Washington mit dem Streit befassen. Beobachter erwarten, dass sich das Verfahren über Monate hinzieht.
Jonathan Potter, Executive Director der Digital Media Association (DMA), die unter anderem Unternehmen wie Listen.com, America Online und Radio Free Virgin vertritt, sieht keine Anzeichen, dass die Musikindustrie ein Interesse daran habe, dass Tausende von Webradios durch geringere Gebühren überleben können oder dass Musik von Interpreten gespielt wird, die im traditionellen Radio nur selten vertreten sind.
Die Recording Industry Association of America (RIAA) wiederum glaubt, dass Billingtons Entscheidung unter falschen oder missverstandenen Voraussetzungen getroffen worden ist. Hilary Rosen, CEO der RIAA, meint, die von den Internetradios ausgestrahlte Musik sei vom Chef der Library of Congress stark unterbewertet.
Auch wenn der Bundesrichter im Sinne der Webradios entscheiden sollte, für viele käme der Schritt zu spät. Fast 200 Stationen haben ihren Betrieb seit der Festlegung der Lizenzgebühren im Juni bereits eingestellt. Vor kurzem haben US-Parlamentarier per Gesetzesinitiative vorgeschlagen, den kleineren Internet-Radios eine Gnadenfrist bei den Lizenzgebühren einzuräumen. Webcaster mit jährlichen Umsätzen von weniger als 6 Millionen US-Dollar sollen demnach vorerst von Lizenzzahlungen befreit werden. (anw)