Intel: "Kreative Konfrontation" mit der Börsenaufsicht

Das Unternehmen lehnt die Verrechnung von Aktienoptionen und Gewinn in der Bilanz ab.

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Von
  • Torge Löding

Coca Cola, Procter&Gamble und General Motors tun es. In den vergangenen Tagen kündigten viele US-Unternehmen an, freiwillig die Kosten für Aktienoptionsprogramme in den ausgewiesenen Gewinn einzurechnen, und folgten damit dem Wunsch der Börsenaufsicht SEC, die Konsequenzen aus den Bilanzmanipulationen der letzten Zeit ziehen will. Der Chip-Hersteller Intel kündigte unterdessen an, in seinem Quartalsbericht die Aktienoptionsprogramme für Mitarbeiter nicht mit dem Gewinn zu verrechnen, berichtet das Wall Street Journal.

Sehr wohl werde Intel Details über die Aktienoptionen der vergangenen fünf Jahre veröffentlichen und eine genaue Aufstellung darüber liefern, wieviel Prozent dieser Aktien an die fünf bestbezahlten Manager des Unternehmens gegangen sind. Die Verrechnung mit dem Gewinn will Chairman Andy Grove allerdings verweigern -- und seiner Devise von der "kreativen Konfrontation" folgen, für die er in seinem Unternehmen bekannt ist. Aktienoptionen haben nach seiner Sicht nichts mit dem Gewinn zu tun. Im Gegenteil: Sie seien ein Beitrag zu größerem Wohlstand für alle Mitarbeiter -- sowohl für die Sekretärin, den einfachen Arbeiter und auch den Top-Manager.

Hintergrund ist, dass der Chip-Hersteller mit seiner Bilanz in die roten Zahlen kippen wĂĽrde, wenn er Aktienoptionen in den Gewinn einrechnete. Mit dem Problem steht das Unternehmen auch nicht alleine: Bei IT-Firmen wie Siebel oder Hewlett-Packard muss sich das Management die gleichen Gedanken machen wie bei Intel -- auch die Bilanzen dieser Firmen wĂĽrden durch die Verrechnung von Gewinnen und Aktienoptionen eine schlechte Figur machen. (tol)