Eine Norm für Alternativtinte

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) will eine Norm für die "Aufbereitung von gebrauchten Tintendruckköpfen und Tintentanks für Tintenstrahldrucker" herausbringen.

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Von
  • Tim Gerber

Billige Fremdtinte und recycelte Patronen stehen in dem Ruf, schlechter als die teuren Originale der Druckerhersteller zu sein. Das liegt zum einen an vereinzelten schwarzen Schafen in der schwarzen Zunft. Zum anderen schüren die Druckerhersteller das Vorurteil, nur mit ihrer oft überteuerten Originaltinte ließe sich die bestmögliche Qualität erreichen. Dass dem nicht so ist, zeigen immer wieder Vergleichstests in c't (siehe dazu Ausgabe 9/2002 von c't, S. 128). Nun will das Deutsche Institut für Normung mit DIN 33871 über die "Aufbereitung von gebrauchten Tintendruckköpfen und Tintentanks für Tintenstrahldrucker" mehr Sicherheit für den Verbraucher schaffen.

Der Normentwurf, der im Juli der Fachöffentlichkeit vorgestellt wurde, spiegele den Stand der Technik wieder, wie er von seriösen Anbietern bereits angewandt werde, heißt es in einer Mitteilung des Instituts. Für die Zertifizierung seien insgesamt 18 Prüfungen zu bestehen, bei denen vor allem die Tinteneigenschaften vom Abfärbverhalten bis zur Wasserfestigkeit getestet würden. Als Referenz soll ein Original-Druckkopf oder -Tintentank dienen. Eine so genannte Ergiebigkeitszahl werde die durchschnittliche Druckkapazität von Refill- oder Alternativpatronen im Verhältnis zum Original angeben.

Unter Refill-Experten gibt es allerdings auch kritische Stimmen, die die Aussagekraft eines DIN-Zertifikats in Zweifel ziehen. "Man kann schließlich nicht jede wiederbefüllte Patrone einzeln auf Herz und Nieren prüfen", sagte Bernd Trojan, Techniker beim Tintenanbieter Enderlin, gegenüber heise online. Es könne nur das Refill-Verfahren an Hand von Stichproben sowie die verwendete Tinte geprüft und zertifiziert werden. "Ein Restrisiko für den Anwender bleibt dabei immer." (tig)