SER Systems beantragt Insolvenzverfahren

Aus der Erkenntnis, dass "Wissen reich macht, Wissensmanagement nicht", muss nun das Softwarehaus die Konsequenzen ziehen.

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Aus der Erkenntnis, dass "Wissen reich macht, Wissensmanagement nicht", muss nun SER Systems die Konsequenzen ziehen. Das Neustädter Softwarehaus hat heute einen Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahren gestellt.

In einer Mitteilung des Unternehmens heißt es, der "damalige SER-Alleinvorstand" habe das US-amerikanische Geschäft der Gesellschaft veräußert. Die Gesellschaft habe dann den Käufer aufgefordert, vertraglich fixierte Kaufpreisfälligkeiten wenigstens zum Teil vorzuverlegen. "Inzwischen ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass der Käufer diesem Verlangen nicht entsprechen wird." Zudem werde die Wirksamkeit der Kaufverträge "von verschiedenen Seiten in Zweifel gezogen". Vor zwei Tagen hätten daher die kreditgebenden Banken SER Systems den Poolvertrag gekündigt. Zugleich habe eine der Poolbanken ihre Kreditlinien zum 15. Juli gekündigt.

Das Landgericht Koblenz hatte die Veräußerung wesentlicher Vermögensteile an leitende Mitarbeiter -- so genannte Management-Buyouts -- per einstweiliger Verfügung untersagt. Dennoch verkaufte Vorstandschef Gert Reinhardt Anfang Juni das gesamte US-Geschäft. Zwar hatten die Aktionäre zuvor auf einer Versammlung dafür grünes Licht gegeben, doch will der Schutzverband der Kleinanleger weiter gerichtlich gegen den Vorstand vorgehen, weil er die Aktionäre "belogen" und hintergangen habe. (anw)