Terroristen nutzten Schweizer SIM-Karten
Die Schweizer Polizei bestätigt einen Bericht, nach dem die Terroristen aus dem Umfeld der Anschläge vom 11. September SIM-Karten ohne Registrierung nutzten.
Terroristen aus dem Umfeld der Anschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington haben unter anderem mit Schweizer SIM-Karten in ihren Handys telefoniert. Einen entsprechenden Bericht des Schweizer Magazins Facts bestätigte am Donnerstag das Bundesamt für Polizei (BAP) in Bern. BAP-Sprecherin Danièle Bersier machte jedoch keine näheren Angaben zu den Ermittlungen der Schweizer Bundeskriminalpolizei und nannte auch keine Namen von Verdächtigen.
Die Schweiz ist eines der wenigen Länder, die international funktionierende SIM-Karten weltweit verkaufen, ohne dass sich der Kunde registrieren lassen muss. Für Kriminelle bietet das System eine willkommene Gelegenheit, der Überwachung und Verfolgung zu entgehen. Dies betreffe nicht nur die Terror-Ermittlungen, sondern auch Drogenhandel oder andere Delikte. Den Polizeibehörden auf der ganzen Welt seien die anonymen Handy-Benutzer ein Dorn im Auge, schreibt das Blatt weiter. Das Pre-Paid-System ohne Kundenregistrierung wird von Swisscom, Orange und Sunrise angeboten. Eine Abschaffung des Systems ist laut Schweizer Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) derzeit nicht geplant. (dpa) / (anw)