Dicke Kröte für Qwest
Im zweiten Quartal schreibt der US-Telekommunikationskonzern dunkelrote Zahlen.
Das US-Telecomunternehmen Qwest, das im Juli wegen seiner Bilanzierungstechnik ins Fadenkreuz der US-Justiz geraten ist, muss erneut einen Nackenschlag hinnehmen: Im zweiten Quartal schreibt der Konzern dunkelrote Zahlen. Der Netto-Verlust betrug 1,14 Milliarden US-Dollar oder 0,68 US-Dollar je Aktie. Im zweiten Quartal 2001 betrug der Verlust 3,31 Milliarden US-Dollar oder 1,99 US-Dollar je Aktie. Analysten hatten je Aktie einen Verlust von etwa 0,07 US-Dollar erwartet. Der Umsatz sackte von 5,22 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf 4,32 Milliarden US-Dollar.
Das Unternehmen musste Umsatzschrumpfungen bei Nah- und Ferngesprächen um 231 Millionen US-Dollar oder 8 Prozent und bei Daten- und Internetdiensten um 26 Millionen US-Dollar oder 2,5 Prozent verkraften. Bei drahtlosen Diensten stieg der Umsatz um 7 Prozent. Dort hat Qwest nun 11,5 Millionen Kunden, das sind 11,5 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2001. Die DSL-Umsätze stiegen sogar um 81 Prozent oder 21 Millionen US-Dollar. Hier stieg die Zahl der Kunden in den vergangenen zwölf Monaten um 37 Prozent auf 508.000.
Der Rückgang beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 2 Milliarden US-Dollar im zweiten Vierteljahr auf 1,6 Milliarden US-Dollar sei auf geringere Verkäufe von Glasfaserkapazitäten und IP-Ausrüstungen zurückzuführen, heißt es in einer Mitteilung.
Für das gesamte Geschäftsjahr schätzt Qwest einen Verlust von 0,46 bis 0,49 US-Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von bis zu 17,4 Milliarden US-Dollar. Ende Juli gab Qwest falsche Bilanzierungen für die Jahre 1999 bis 2001 zu. In dieser Zeit hatten zudem Manager des Konzerns 500 Millionen US-Dollar durch Aktienverkäufe verdient. (anw)