BKA-Computer überlastet

Die zentrale Computeranlage des Bundeskriminalamts (BKA) ist angeblich völlig überlastet und benötigt eine Aufrüstung mit schnelleren Prozessoren und Speicher.

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Von
  • Christiane Schulzki-Haddouti

Die zentrale Computeranlage des Bundeskriminalamts (BKA) ist laut Rheinischer Post völlig überlastet. Ein Sprecher des BKA in Wiesbaden wollte dies gegenüber dpa allerdings nicht bestätigen. Man wirke Kapazitätsengpässen durch rechtzeitige Maßnahmen entgegen, hieß es bei der Polizeibehörde. Das Computersystem brauche einen schnelleren Prozessor und mehr Speicherkapazität, schrieb die Zeitung in ihrem Bericht; der Haushaltsausschuss des Bundestages habe inzwischen die dafür benötigten Mittel bewilligt.

Die Probleme mit der EDV der deutschen Polizeibehörden sind allerdings nicht neu. Das millionenschwere Inpol-Neu-Projekt wurde in seiner alten Konzeption nach desaströsen Lasttests im Winter gestoppt. Bis Ende 2003 soll nurmehr die alte Hardware abgeschafft und eine neue eingeführt werden. Das aktuelle Inpol-System läuft immer noch auf Siemens BS 2000. Bedient wird es über Terminalzugang oder über einen Rechner-Rechner-Verbund. Das BKA verfügt zudem über zehn HP/UX-Rechner mit insgesamt etwa 20 GByte Speicher und mehr als 20 CPUs. Daran hängen laut Auskunft eines Entwicklers "etliche Terabyte an Plattenkapazität".

Die Probleme sind seit Jahrzehnten dieselben: Bereits Ende der 80er Jahre sollen die technischen Grenzen von Inpol erreicht worden sein. Und sogar bereits 1972 hatte der Bundesrechnungshof bei der Einführung von Inpol moniert, dass die Maßnahmen auf dem Gebiet der automatisierten Datenerfassung nicht den Grundregeln einer ordentlichen DV-Planung entsprächen. (Christiane Schulzki-Haddouti) / (jk)