Telekom verhandelt mit Kirch über Co-Vermarktung der Fußballrechte
Der Rosa Riese will offenbar von der prognostizierten Bundesliga-Euphorie profitieren.
Nach dem überraschenden Erfolg der deutschen Elf bei der Fußball-WM prophezeien Branchenkenner der Bundesliga goldene Zeiten. Die Deutsche Telekom will offenbar daran teilhaben und sich laut Financial Times die Übertragungsrechte für Spiele der Fußball-Bundesliga fürs feste und mobile Internet sichern. Rechteinhaber KirchMedia habe der Telekom ein Angebot zur Co-Vermarktung vorgelegt; der Preis könne zwischen 25 und 40 Millionen Euro pro Jahr liegen. Zurzeit laufen Gespräche, heißt es in dem Bericht. Bereits früher waren Versuche der Telekom bekannt geworden, die Rechte direkt bei der Deutschen Fußball-Liga zu bekommen.
Das Angebot soll bisher aber nur auf die Rechte für die Live-Übertragung auf Handys und mobile Computer beschränkt sein. Diese würden für die Telekom erst Mitte 2003 mit dem Start der UMTS-Übertragungstechnik interessant. Die Rechte fürs Internet könnten auf Druck der Deutschen Fußball Liga (DFL) bei Kirchs eigenem Angebot Sport 1 bleiben, denn hier hat die DFL eine Einstiegsoption. Die Internetrechte könnten laut Experten anfangs 30 bis 35 Millionen Euro kosten und bis 2006 rund 50 Millionen Euro. Die Finanzierung solle die Telekom-Tochter T-Online übernehmen.
Ein exklusiver Verkauf der Mobilrechte könnte wettbewerbsrechtliche Probleme mit sich bringen. Die EU-Kommission wolle verhindern, dass sich einzelne Konzerne mit Rechtemonopolen einen Vorsprung verschaffen, bevor die neuen Dienste starten, heißt es weiter in dem Bericht. (anw)