Tiscali stellt auf Minutentakt um
Der Internet-Anbieter Tiscali hat zahlreiche Tarife bereits Mitte April von Sekunden- auf Minutentakt umgestellt und damit seinen Kunden teilweise unerwartet hohe Rechnungen beschert.
Der Internet-Anbieter Tiscali hat zahlreiche Tarife bereits Mitte April von Sekunden- auf Minutentakt umgestellt. Auf den Tarifinformationsseiten des Anbieters finden sich zur Taktung keinerlei Informationen. Nur wer die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) studiert, findet dort unter $4, Satz 6 den aufschlussreichen Satz: "Berechnungsgrundlage ist die Erfassung der Verbindungsdaten (...). Diese Erfassung erfolgt minutengenau."
Mit der Mitteilung an die Kunden und Veröffentlichung der AGB im Internet hat der Anbieter seine Verpflichtungen zwar pro forma erfüllt, aber dennoch viele Kunden mit einer hohen Rechnung überrascht, denn die meisten haben das Kleingedruckte nicht studiert. Besonders hart traf es Tiscali-Surfer, die per Shorthold nur kurze Verbindungen ins Internet aufbauten, mit der Absicht, Geld zu sparen. Diese müssen nun teilweise ein Mehrfaches der erwarteten Rechnungssumme bezahlen. Da Tiscali die Rechnungen für April und Mai einen Monat später als sonst stellte, bemerkten die Surfer die Tarifänderung mit großer Verzögerung.
Ralf Schnur, Geschäftsführer von Tiscali, nahm gegenüber heise online Stellung: "Die verspätete Rechnungsstellung hatte technische Gründe. Selbstverständlich liegt es nicht in unserer Absicht, unsere Kunden zu täuschen. Das ist unglücklich gelaufen." Schnur versprach, die Taktung künftig auch in der Tarifinformation auf der Tiscali-Homepage anzugeben. (uma/c't) / (hob)