Erste UMTS-Handys gehen in Praxis-Phase
Nachdem Motorola mit der Produktion seines ersten UMTS-Handy A830 begonnen hat, soll nun die Praxis-Phase beginnen.
Die ersten Handys für die nächste Mobilfunk-Generation müssen sich zur Zeit im Praxis-Test bewähren. In dem schleswig-holsteinischen Motorola-Werk laufen die Mobiltelefone A830 des neuen Standards Universal Mobile Telecommunications System (UMTS) für Europa, Afrika und Nahost vom Band. Der eigentliche UMTS-Netzbetrieb, der bisher von vielen Unwegsamkeiten begleitet ist, soll im kommenden Jahr starten.
"Mit dem eigentlichen Boom rechnen wir selbstverständlich noch", sagt Christoph Hollemann, Operation Director im Flensburger Werk des US-Unternehmens. Schon arbeiten die Handymacher in der Stadt an der dänischen Grenze an UMTS-Folgeversionen. "Das wird nicht nur oberflächliches Facelifting sein, auch technologisch wird das UMTS-Handy bereits weiterentwickelt", verrät Hollemann. So soll die nächste Generation eine Kamera voll integriert in sich tragen. Bisher ist das digitale Foto-Auge ein anzublockendes Element des UMTS-Handys.
Bereits die 157 Gramm schwere erste Generation des UMTS-Telefons soll Bilder in hoher Qualität flimmer- und zuckelfrei übertragen. Das UMTS-Handy mit rund 200 Stunden Standby-Zeit dient als normales Mobiltelefon, hat dazu volle Internetfunktionen, ist gleichzeitig Videokamera und digitaler Fotoapparat. "Es ist damit möglich, ganze Videosequenzen auf Standard-PCs zu übertragen", sagt der Projektleiter für die UMTS-Einführung bei Motorola, Jürgen Plähn. Mit dem neuen Gerät können detaillierte Informationen für Autofahrten empfangen werden, was es zur Alternative für Navigationssysteme macht. "Es gibt im Moment kein anderes Handy, das so viele Verbindungsmöglichkeiten unterstützt wie dieses", sagt Plähn.
Bei der Grundsteinlegung für die Flensburger Mobiltelefon-Fabrik im April 1997 hatte der deutsche Motorola-Geschäftsführer Norbert Quinkert versprochen, das Werk werde weltweit Maßstäbe setzen. Außer den bisher mehr als 30 Mobiltelefon-Typen, die in der Fördestadt gefertigt wurden, wird von den zur Zeit rund 2000 Mitarbeitern seit September das UMTS-Serienhandy für den Weltmarkt produziert. Außer Motorola leistet sich derzeit nur Marktführer Nokia eine eigene UMTS-Handyentwicklung. Das Unternehmen stellte vor einigen Wochen das UMTS-Handy 6650 vor.
Genaue Produktions- und Absatzzahlen würden von Motorola grundsätzlich nicht genannt, sagt die Pressesprecherin der deutschen Motorola GmbH (Wiesbaden), Christiane Bischof. Jedenfalls würden in Flensburg an jedem Arbeitstag "mehrere zehntausend Handys aller Typen" gefertigt und ausgeliefert. (dpa) / (mur)