Ericsson weiter tief in der Verlustzone [Update]
Die schwedische Mobilfunkfirma, einst Nokia und Motorola auf den Fersen beim Kampf um die Handy-Märkte, steckt weiter in der Krise.
Ericsson, einst Nokia und Motorola auf den Fersen beim Kampf um die Handy-Märkte, steckt weiter in der Krise. Die schwedische Mobilfunk-Firma hat ein höheres Minus eingefahren als erwartet. Außerdem musste Ericsson erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Der Verlust vor Steuern betrug 3,9 Milliarden Kronen beziehungsweise 420 Millionen Euro gegenüber 610 Millionen Euro vor einem Jahr. Die Prognosen lagen bei einem Verlust von 395 Millionen Euro.
Unter dem Strich fiel im Quartal ein Nettoverlust von 5,6 Milliarden Kronen (rund 600 Millionen Euro) an, ein deutlicher Anstieg gegenĂĽber den 4,3 Milliarden Kronen (471 Millionen Euro) im Vorjahr. Der Umsatz schrumpfte um 29 Prozent auf 33,5 Milliarden Kronen (3,6 Milliarden Euro). Der Auftragseingang brach um 46 Prozent auf 20,5 Milliarden Kronen (2,2 Milliarden Euro) ein.
Ericsson ist der weltweit führende Hersteller von Infrastruktur-Systemen für die Mobilfunkbetreiber. Die eigene Handy-Produktion hat Ericsson vor einiger Zeit ausgelagert und die Sparte in das Joint-Venture Sony Ericsson eingebracht -- das Ergebnis aus dem 50-Prozent-Anteil an der gemeinsamen Firma belastete die Bilanz mit einem Minus von 500 Millionen Kronen (55 Millionen Euro). Sony Ericsson habe mit Verkäufen von 5 Millionen Handys einen Umsatz von 8,2 Milliarden Kronen (900 Millionen Euro) gemacht. Bei den Systemen für die Mobilfunkbetreiber verbuchte Ericsson einen Umsatzrückgang um 34 Prozent auf 23,3 Milliarden Kronen (2,6 Milliarden Euro). Der Rückgang sei unter anderem auf Auftragsstornierungen zurückzuführen, unter anderem durch MobilCom und Quam in Deutschland.
Seit Beginn der Krise in der Handy-Branche vor knapp zwei Jahren hat die Aktie des schwedischen Unternehmens über 90 Prozent ihres Wertes verloren. Der Markt aber bleibe unvorhersehbar, hieß es bei Ericsson; trotzdem bekräftigte Firmen-Chef Kurt Hellström bei der Veröffentlichung der Zwischenbilanz, dass sein Unternehmen im nächsten Jahr wieder in die Gewinnzone kommen solle. "Mobile Kommunikation ist ein langfristiges Wachstumsgeschäft", betonte Hellström. "Bei nur 17 Prozent weltweiter Versorgung und dem gerade erst erfolgten Start der mobilen Datenkommunikation steht uns ein großer Bedarf nach Ausbau der Netzwerke bevor."
Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Ericsson in Euro
| Quartal | Umsatz | Gewinn/ Verlust |
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