TV-Hersteller: US-Regierungsplan verteuert Geräte um 250 Dollar
Nach Ansicht der Consumer Electronic Association macht die obligatorische Umstellung von TV-Geräten zum Empfang digitaler Sender derzeit keinen Sinn.
Die US-Entwickler von Fernsehgeräten haben die Vorgabe der Regierung, neue TV-Geräte teilweise bereits jetzt zum Empfang digitaler Inhalte vorzubereiten, scharf kritisiert. Denn nach Angaben des Verbandes Consumer Electronic Association (CEA) würden so zwangsläufig die Preise für neue Fernsehgeräte um 250 US-Dollar ansteigen. Damit müssten die Kunden für eine Technik zahlen, die sie derzeit noch überhaupt nicht nutzen können. “Da hierzulande bisher sowieso nur 13 Prozent der amerikanischen Haushalte TV-Sender über Satelliten empfangen, macht ein in die Fernsehgeräte eingebauter Tuner keinen Sinn“, sagte der Vorsitzende des Interessenverbandes der Geräteindustrie, Gary Shapiro.
"Die Regierung sollte den Menschen nicht vorgeben, was sie zu kaufen haben", begründete Gary Shapiro seinen Einwand. "Was wir brauchen, sind digitale Kabelnetze. Dann können die Kunden Settop-Boxen kaufen und diese wie heute in der analogen Welt an die bereits verlegten Kabeln anschließen", schreibt er weiter.
Die Federal Communications Commission (FCC) hält jedoch mit ihrem Vorhaben dagegen, bis zum Ende des Jahres 2006 TV-Signale nicht mehr wie bisher analog, sondern nur noch auf digitalem Weg per Satellit zu übertragen. Die digitale Technik werde die Fernsehlandschaft vielseitiger machen und garantiere zudem ein besseres Bild, rechtfertigt die FCC ihr Vorhaben.
Den Einwand der CEA versteht die FCC -- die die Vorgabe übrigens drei zu eins verabschiedet hat -- überhaupt nicht. Denn nach Ansicht der Behörde ist es unbedingt notwendig, die Fernseher frühzeitig für das digitale Zeitalter auszurüsten. Zudem würden die Preise für digitale Tuner schnell fallen, sobald die Hersteller auf Massenproduktion umstellen. (daa)