Krankenhäuser orientierungslos im Web

Die Fachhochschule Münster hat die Webseiten von 222 Krankenhäusern auf den Prüfstand gestellt und erhebliche Mängel festgestellt.

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Von
  • Egbert Meyer

Im Rahmen eines Projekts haben Studenten der Fachhochschule Münster die Webseiten von 222 Krankenhäusern auf den Prüfstand gestellt und dabei erhebliche Mängel festgestellt. Die in die Untersuchung einbezogenen Kliniken wurden aus einem Datenbestand von 4000 Krankenhäusern ausgewählt. Dabei wurden überwiegend die nach ihrer Bettenzahl größten Kliniken berücksichtigt. Näher analysiert werden konnten schließlich nur 186 Websites; die restlichen verfügten laut der Studie über keine "bewertbaren" Internetauftritte. Die detaillierten Ergebnisse der Untersuchung sollen in Kürze in einem Berichtsband veröffentlicht werden.

Bei ihrer Analyse fiel den Studenten bei einem Viertel der untersuchten Internetauftritte fehlendes "Corporate Design" auf. Dadurch werde den Nutzern die Orientierung unnötig erschwert, heißt es in einem Bericht zur Studie. Immerhin präsentierte sich jede fünfte untersuchte Seite ganz ohne Navigationsleiste.

Zudem sei in vielen Kliniken "der Dienstleistungsgedanke im Zusammenhang mit dem Kommunikationsmedium Internet nicht weit verbreitet", bemängelt Projektleiter Hartmut Günther den Service der Krankenhäuser. So stelle die Möglichkeit, Genesungswünsche per Internet zu versenden (fünf Prozent), eine virtuelle Tour durch das Krankenhaus zu unternehmen (sieben Prozent) oder sich über den Menüplan der Kantine zur informieren (sechs Prozent), eine Rarität dar. Immerhin bieten die meisten Kliniken auf ihren Webseiten ausführliche Kontaktdaten wie Telefon- und Faxnummer sowie die Postanschrift und die E-Mail-Adresse.

Am besten abgeschnitten hat bei der Untersuchung das Universitätsklinikum Benjamin Franklin des Fachbereichs Humanmedizin der Freien Universität Berlin. Der Internetauftritt erreicht 966 von 1000 möglichen Punkten. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Kliniken der Medizinischen Hochschule Hannover (826 Punkte) und das Klinikum Osnabrück (807 Punkte). Insgesamt zeigte sich laut der Studie, dass die Internet-Auftritte der meisten Kliniken "noch in den Kinderschuhen stecken". (em)