Bürokratische Hürden verzögern Prozess gegen ElcomSoft
Die US-amerikanische Botschaft in Russland hat zwei wichtigen Zeugen im Prozess gegen die eBook-Knacker die Einreisegenehmigung in die USA verweigert.
Im Gerichtsverfahren gegen den russischen Softwareentwickler ElcomSoft stehen sich die US-amerikanischen Dienststellen anscheinend gegenseitig im Weg. Der Programmierer Dmitry Sklyarov und ElcomSoft-CEO Alexander Katalov haben von der US-amerikanischen Botschaft in Russland keine Visa für die USA bekommen, berichten US-amerikanische Medien. Deshalb könne der Prozess nicht wie geplant am kommenden Montag fortgesetzt werden, sondern erst Anfang Dezember. Eine Begründung für die Verweigerung der Einreisegenehmigung liegt nicht vor.
ElcomSoft wird der Verstoß gegen das amerikanische Urheberrecht im Digital Millennium Copyright Act (DMCA) vorgeworfen. Das Unternehmen hatte ein Programm entwickelt, mit dem man den Kopierschutz des Adobe Acrobat eBook Readers aushebeln konnte. Sollte ElcomSoft schuldig gesprochen werden, müsste das beklagte Unternehmen mit einer Schadensersatzsumme in Höhe von 2,25 Millionen US-Dollar rechnen. Im Mai hatte Richter Ronald Whyte entgegen einem Antrag von ElcomSoft entschieden, dass der Prozeß weitergehen werde. (anw)