Geplante "Teuro-Website" ärgert den Einzelhandel

Der deutsche Einzelhandel protestiert gegen das vom Verbraucherministerium geplante Preis-Wert-Forum im Internet.

vorlesen Druckansicht 518 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • Egbert Meyer

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hat seine Teilnahme an der zweiten Runde des "Anti-Teuro-Gipfels" am kommenden Mittwoch abgesagt. Der Verband will damit gegen das von Bundesverbraucherministerin Renate KĂĽnast geplante Preis-Wert-Forum protestieren, das unter FederfĂĽhrung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen eingerichtet werden soll.

Ende Mai hatten sich Verbraucherschützer und Vertreter des Handels bei der ersten Runde des Gipfels in Berlin auf dieses Beschwerdeforum geeinigt. Ein vergleichbares Angebot, in dem die Namen von Herstellern und Dienstleistern genannt werden, die die Euro-Umstellung zu Preiserhöhungen benutzten, wird von der Verbraucherzentrale NRW nach eigenen Angaben seit Ende der so genannten Doppelwährungsphase nicht mehr aktualisiert.

Der Handel nehme Anstoß an der von Ministerin Künast ergangenen Entscheidung, in dem Forum konkret Anbieter, Produkt oder Dienstleistung zu benennen, sagte der Sprecher des HDE, Hubertus Pellengahr, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Wir sind über diese Entscheidung nicht nur enttäuscht, weil sie den Absprachen widerspricht, sondern wir fühlen uns auch getäuscht von der Vorgehensweise des Ministeriums, das uns darüber erst informiert hat, nachdem die Entscheidung von Frau Künast bereits gefallen war."

Auch im Radiosender NDR info übte Pellengahr heute heftige Kritik am Verbraucherministerium: Die Politik dürfe sich nicht in die Preisgestaltung des Einzelhandels einmischen. Preise regle allein der Wettbewerb. Das Verhalten der Verbraucher habe in den vergangenen Wochen bereits zu heftigen Preiskämpfen geführt. (em)