Oracle-Dateisystem wird Open Source

Der Datenbankhersteller Oracle hat angekĂĽndigt, eine Kernkomponente der Linux-Version des Oracle9i Real Application Clusters unter die GPL zu stellen.

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Zum ersten Mal in der Firmengeschichte will Datenbankhersteller Oracle Teile seines Quellcodes veröffentlichen und der Linux-Community unter den Bedingungen der GPL zur Verfügung stellen. Bei der Komponente, die das Softwarehaus aus den Händen gibt, handelt es sich um das Clustering-Dateisystem des Oracle 9i Real Application Clusters (RAC). Das Softwaremodul sorgt dafür, dass Dateien konsistent bleiben, selbst wenn sie über einen Cluster verstreut gespeichert sind und von mehreren Benutzern gleichzeitig geändert werden.

Bislang steht eine ähnliche Komponente nur Anwendern zu Gebote, die den Oracle-Server in einem Windows-Cluster betreiben. Unix- beziehungsweise Linux-Nutzer mussten für diese Funktionalität auf Software von Drittherstellern zurückgreifen. Mit der Bereitstellung des Quelltextes wird es nun möglich, die Cluster-Funktionen in den Linux-Kernel zu integrieren und das Open-Source-Betriebssystem als Plattform für verteilte Datenbanken zu nutzen.

Die Software soll ab dem kommenden Mittwoch in einer ersten Testversion auf der Oracle-Webseite zum Download bereit stehen. Wann mit der Fertigstellung der endgĂĽltigen Fassung zu rechnen ist, war bislang nicht in Erfahrung zu bringen. (hos)