Citrix im Abwind

Der Hersteller von Multiuser-Umgebungen für Windows-Applikationen musste im zweiten Quartal kleine Brötchen backen und setzt zehn Prozent seiner Mitarbeiter an die Luft.

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Von
  • Hans-Peter SchĂĽler

Der Hersteller von Multiuser-Umgebungen für Windows-Applikationen Citrix musste im zweiten Quartal 2002 kleine Brötchen backen und setzt zehn Prozent seiner Mitarbeiter an die Luft.Das Unternehmen gab bekannt, der Umsatz zwischen April und Juni sei mit 116 bis 118 Millionen US-Dollar (rund 116 Millionen Euro) um 18 Prozent hinter den Zahlen des Vergleichszeitraums 2001 zurückgeblieben, habe aber immer noch für einen Gewinn von fünf bis sechs US-Cent je Aktie gesorgt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahrs waren zwölf Cent zu verbuchen, jeweils nach Abzug von Abschreibungen und Entwicklungsausgaben. Kompensiert man diese beiden Kostenfaktoren, präsentiert sich die Gewinnentwicklung mit einem Trend von 19 auf sechs bis sieben Cent je Aktie -- demnach hat Citrix seit Mitte 2001 erheblich weniger von seinem Gewinn auf Abschreibungen und Entwicklungen verwendet.

Als letzte bedeutende Neuerscheinung von Citrix war Anfang 2001 der Terminal Server Metaframe XP auf den Markt gekommen, der trotz seiner Namensgebung nicht für den Einsatz unter Windows XP gedacht ist. Noch ist zudem nicht abzusehen, wie Metaframe in die Welt von Microsofts kommendem .NET-Server passen wird. Aktuell brechen dem Unternehmen aus Florida die Verkäufe so genannter Packaged Products weg, während der Online-Lizenzverkauf an Großkunden -- knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes -- laut Citrix-Chef Mark Templeton um 15 Prozent gestiegen ist. Die Entwicklung löste gleich große Unruhe im Management wie an der Börse aus: Ersteres reagierte mit der Ankündigung, 190 Mitarbeiter zu entlassen; die Börsianer drückten die Notierung des Citrix-Papiers am Montag um 9,2 Prozent von 6,52 auf 5,92 US-Dollar; im nachbörslichen Handel fiel die Aktie noch einmal auf 5,09 US-Dollar. (hps)