PeopleSoft lehnt Verrechnung von Aktien-Optionen mit Gewinnen ab
Bei der Vertrauenskrise geht es nicht um Aktienoptionsprogramme -- denkt man bei dem Softwareunternehmen.
PeopleSoft reiht sich ein in die Unternehmensfront von Intel, Cisco Systems und Microsoft, die an der bisherigen Praxis für die Verrechnung von Aktien-Optionen festhalten wollen und die Kosten für Aktienoptionsprogramme nicht in den ausgewiesenen Gewinn einrechnen werden. Damit stellen sich die Hightech-Giganten gegen die Forderung von Börsenaufsicht und Aktionärsschützern.
"Bei der aktuellen Vertrauenskrise geht es nicht um Aktien-Optionen, sondern um CEO-Abfindungen und Unternehmensführung. Aktien-Optionen sind ein machtvolles Mittel, um den Shareholder-Value mit dem kreativen Talent der Beschäftigten zusammenzubringen", begründete PeopleSoft-Finanzchef Kevin Parker die Entscheidung. Etwa 80 Prozent der 8500 PeopleSoft-Mitarbeiter halten Aktien-Optionen. Die Umstellung der Bilanzpraxis würde den Unternehmensgewinn zusammenschmelzen lassen.
Amazon.com, Computer Associates und 30 weitere Unternehmen haben unterdessen beschlossen, den Vorschlägen zu einer anderen Bilanzierung der Aktien-Optionen zu folgen, um verloren gegangenes Anlegervertrauen wieder herzustellen. Teilweise werden dadurch hohe Belastungen der Bilanzen erwartet. (tol)