VDE fordert Aufwertung der naturwissenschaftlichen Bildung

Ohne eine mathematisch-naturwissenschaftliche Spitzenausbildung gerate der Standort Deutschland in Gefahr, meinte der Chef des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik.

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  • dpa

Vertreter der Elektronik-Industrie fordern eine Aufwertung naturwissenschaftlicher Fächer an deutschen Schulen. "Es muss uns doch ernsthaft klar sein, dass ohne eine mathematisch-naturwissenschaftliche Spitzenausbildung der Standort Deutschland in Gefahr gerät", sagte der Chef des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE), Gerd Tenzer, in Dresden. In der Elbmetropole begann am Montag der dreitägige VDE-Kongress 2002 unter dem Motto "NetWorlds".

Der Ausbildungsstand an deutschen Schulen sei derzeit eine Innovationsbremse für die Technologie-Branche, sagte Tenzer, der auch stellvertretender Telekom-Chef ist. "Die Koalitionsvereinbarung weist aber explizit auf verstärkte Anstrengungen in Sachen Schlüsseltechnologien, Forschung und Innovation hin. Das lässt hoffen." Darüber hinaus forderte der VDE-Präsident eine bessere Forschungsförderung und eine engere Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie.

Gleichzeitig betonte Tenzer, dass Deutschland derzeit in der Mikro- und Nanotechnik sowie in der Medizintechnik eine weltweite Spitzenposition einnehme. Unter anderem sei im Raum Dresden rund um die Firmen Infineon und AMD ein Mikroelektronik-Netzwerk von Weltrang entstanden. Eine VDE-Studie habe ergeben, dass derartige Technologien in Zukunft immer bedeutender wĂĽrden.

Der Chef Chip-Herstellers Infineon, Ulrich Schumacher, sagte mit Blick auf die Bundespolitik: "In meinen Augen gibt es verheerende Anzeichen, dass die Politik in die falsche Richtung geht." Unter anderem zeige sich die Tendenz, dass die Lohnnebenkosten ansteigen würden. "Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem leistungshemmenden Sozialstaat alter Prägung und der hohen Arbeistlosigkeit", sagte Schumacher weiter. Erforderlich sei unter anderem eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes.

Auf dem VDE-Kongress diskutieren 1500 Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft bis Mittwoch über die Innovationstrends der Branche. Im Mittelpunkt steht die zunehmende informationstechnische Vernetzung der Lebens- und Arbeitswelt. Unter anderem sind Vorträge über die dritte Generation der Mobilfunksysteme und die Fortschritte in der Chip-Technik geplant. (dpa) / (jk)