Hoffnungsschimmer für PC-Markt in Europa
Der Markt in Europa, Afrika und den Nahen Osten wuchs im vergangenen Quartal gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent.
Die vorläufige Auswertung der Verkaufszahlen des dritten Quartals 2002 lässt nach den Analysen von IDC vorsichtige Hoffnung auf eine Gesundung des Marktes schöpfen. Mit einem Wachstum von 4,9 Prozent in EMEA (Europa, Afrika und Naher Osten) gegenüber dem dritten Quartal 2001 sieht es derzeit so schlecht nicht aus, wobei vor allem Osteuropa mit einem Plus von 17,8 Prozent dazu beigetragen hat. Aber auch in Westeuropa sind mit 2,8 Prozent Zuwachs endlich wieder positive Zahlen zu verzeichnen, was insbesondere auch dem deutschen Markt mit einem Wachstum von 6,4 Prozent zu verdanken ist. IDC schätzt, dass der PC-Markt in EMEA trotz "fragiler ökonomischer Bedingungen" im laufenden Quartal noch leicht auf 5,3 Prozent Steigerung zulegt.
Auch die USA stehen mit 6,7 Prozent Plus wieder besser da, der Rest der Welt tritt jedoch auf der Stelle (mit großen Einbrüchen in Japan), so dass weltweit mit 32,5 Millionen PCs nach nunmehr fünf negativen Quartalen ein Zuwachs von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen ist.
Während in EMEA die großen "Corporates" allerdings weiterhin sehr zurückhaltend sind -- IDC schätzt, dass der erwartete Nach-Millennium-Boom erst im zweiten Halbjahr 2003 eintritt --, haben private Verbraucher sowie kleine und mittlere Firmen (SMB: Small and Medium Business, Firmen bis 250 Mitarbeiter) durch verstärkte Nachfrage den Markt angekurbelt. Insbesondere Notebooks sind mit einem Plus von 14,9 Prozent im Trend, wohingegen Desktops mit 2,1 Prozent und Intel-Server mit 5,7 Prozent Zuwachs deutlich dahinter zurückbleiben. In Deutschland liegen Notebooks sogar bei plus 15,7 und Desktops bei plus 3,8 Prozent. Nur die Server bleiben mit einer spärlichen Zunahme von lediglich 0,1 Prozent weit unter EMEA-Schnitt.
Insgesamt wurden nach den IDC-Zahlen 1,611 Millionen PCs im dritten Quartal in Deutschland verkauft. Vor allem Vobis kam hier mit 50 Prozent Absatzsteigerung wieder gut in Tritt, auch Acer und die neue HP haben mit über 20 Prozent gut zugelegt, wogegen sich Dell auf 11 Prozent beschränkte. Platzhirsch Fujitsu Siemens (FSC) bleibt weiterhin knapp vor der neuen HP an der Spitze und konnte nach langer Durststrecke mal wieder zulegen, wenn auch nur um 7 Prozent.
In EMEA dominiert jedoch klar die neue HP mit über 20 Prozent Marktanteil vor Dell mit 10 Prozent und FSC mit 8,2 Prozent. Verlierer sind hier IBM mit minus 3,2 Prozent und vor allem Apple. Mit nur noch 136.000 verkauften Rechnern, also einem Minus von 21,6 Prozent, liegt Apples Marktanteil jetzt bei bescheidenen 1,5 Prozent. (as)