Filmwissenschaftler präsentieren Website zu Leni Riefenstahl
Pünktlich zum hundertsten Geburtstag von Leni Riefenstahl präsentieren Filmwissenschaftler der Uni Bochum eine Website zur Rezeption der umstrittenen Regisseurin nach 1945.
Pünktlich zum hundertsten Geburtstag von Leni Riefenstahl präsentieren Filmwissenschaftler der Uni Bochum eine Website zur Rezeption der umstrittenen Regisseurin nach 1945. Auf der Website haben sie Filmzitate im Quicktime-Format und Zeitungsartikel zusammengetragen und die Präsenz Riefenstahls im Internet erforscht. Die Präsentation der Filmausschnitte richtet sich allerdings "wegen der zu übertragenden Datenmengen ausschließlich an Nutzer mit breitbandigem Internetzugang", warnen die Wissenschaftler.
Person und Werk der Filmemacherin waren seit 1945 stets heftig umstritten: Riefenstahl zeichnet unter anderem für den Propagandafilm über den "Reichsparteitag" der NSDAP 1934 ("Triumph des Willens") und einen Dokumentarfilm über die Olympiade 1936 in Berlin verantwortlich. Mit den nationalsozialistischen Verbrechen und Ideologien will die Regisseurin allerdings nichts zu tun gehabt haben. "Ich habe niemals einen Massenmord gesehen, ich habe niemals ein Konzentrationslager gesehen, ich habe niemals von Eichmann gehört", beteuert sie nun seit über 50 Jahren, und sie habe "auch keine Propagandafilme für Goebbels gedreht", sagte sie der FAZ 1960. (wst)