WLAN ultrakompakt im SD-Format
Mit einer briefmarkengroĂźen SD-Card will SyChip Handhelds den drahtlosen Weg ins Netz bahnen.
Mit einer WLAN-Karte für den SD-Slot will SyChip den drahtlosen Weg ins Netz bahnen. Die Kärtchen funken nach dem derzeit aktuellen IEEE-Standard 802.11b und sollen in Handhelds ab Palm OS 4 oder ab Windows CE 2.11 (mit Pocket PC) ihren Dienst tun. Auch für Windows 2000 und XP soll es Treiber geben, aber das Hauptanwendungsfeld dürften Handhelds sein.
Die Karte mit dem Namen WLAN6060SD ist ungefähr doppelt so lang wie eine herkömmliche SD-Card und ragt daher etwa zwei Zentimeter aus dem Handheld-Schacht heraus. Im Innern steckt der Prism-3-Chip von Intersil, der Verbindungen im Peer-to-Peer-Modus (Ad-hoc-Netzwerk) oder mit einem Access Point zulässt. Die Karte passt in solche Slots, die die SDIO-Erweiterung des SD-Card-Standards beherrschen. SDIO (Secure Digital Input-Output) ist notwendig, weil es SD-Cards nicht nur als Speicherbausteine gibt, sondern auch als Bluetooth- und GPS-Module.
Der kritische Punkt bei WLAN-Hardware in Handhelds ist der im Vergleich zu Bluetooth-Modulen wesentlich höhere Stromverbrauch der Karten. In Notebooks mit ihren großen Akkus verkürzt sich die Laufzeit mit WLAN-PC-Card nur um maximal zehn Prozent, aber den kleinen Batterielieferanten in PDAs geht rasch der Strom aus, wie ein aktueller Vergleichstest von WLAN-Karten im CompactFlash-Format zeigt (siehe Ausgabe 15/2002 von c't, ab dem 15. Juli im Handel): Unabhängig davon, ob eine Karte der Aufdruck Low Power ziert, halbieren sie alle die Laufzeit von Pocket PCs -- nach zwei Stunden ist Schluss.
Noch müssen WLAN-sinnige Handheld-Besitzer auf das Kärtchen warten, denn eine Evaluierungskarte mit Refernzdesign soll erst im vierten Quartal zu haben sein, die ersten Samples gibt es gegen Jahresende. Bis die Serienproduktion der WLAN6060SD beginnt, werden also noch einige Monate vergehen. Über den anvisierten Verkaufspreis schweigt sich die Firma noch aus. (jr)